Reisen

Alpen aktiv | Freudensprünge

Christian Haas
Geschrieben von Christian Haas

Bongo Bongo mit Bio: Der Bikepark in Leogang bring Downhill-Profis zur Extase und mutige Beginners zum Schwitzen. Aber das kann so viel Spaß machen, wenn noch ein schönes Hotel in der Nähe wartet.

Talstation der Asitzbahn: Wir werden schon erwartet. Und mit reichlich Protektoren und einem monströsen Sturzhelm ausgerüstet. Da schwillt der Brustumfang nicht nur wegen der Schutzkleidung. Doch als ich sehe, wie andere Biker den Zielhang hinabschießen und teils meterweit über Schanzen fliegen, schrumpft dieser gleich wieder. Da soll ich runter? Ja, aber erst mal wird am „Babyhang“ die richtige Haltung geübt.

Niemand könnte das besser vermitteln als Sabine Enzinger, die dauerlächelnde Gründerin der Bikeschule „Elements Outdoorsports“. Sie hat nicht nur im aktiven Sport zig Preise gesammelt, sondern fast das Dutzend Guide-Ausbildungen voll – inklusive die zum MTB-Guide. Kurz: Die Frau weiß, wo es langgeht. Und wie man Novizen für einen der großen Trendsportarten im Alpenraum begeistert.

Berauscht von Adrenalin, nicht von Alkohol

„Dein Rad wird auf jeden Fall abheben“, schwört mich der blonde Engel ein. Schluck! „Es muss ja nicht gleich so rasant zur Sache gehen wie bei der WM hier neulich …“ Ich versuche, das Lächeln zu erwidern. Fällt schwer. Und mein Blick auf jene Biker, die offenbar genau das vorhaben. Der Großteil ist so um die 20, männlich, selbstbewusst. Und voller Eifer dabei, wie das strenge Lüftchen in den speziellen Bikegondeln vermuten lässt. Nicht wenige reisen mit mehreren Rädern an. An einem VW-Bus prangt der Sticker: „Auf zwei Rädern kommen wir überall runter!“

Ich komme vorerst mit der Gondel nach oben und mit einem Mann ins Gespräch, der sich als Mit-Konzipierer des größten Bikeparks der Alpen outet. „Immer mehr Bergbahnen richten spezielle Radstrecken ein“, erzählt er mir, „aber wir waren 2001 mit die ersten! Und unsere Erwartungen wurden um das Zehnfache übertroffen. 16.000 Lifttageskarten gehen pro Jahr allein an Biker.“ Das mittlerweile in der Minderheit befindliche Fußvolk darf übrigens nicht nur auf separaten Pfaden wandeln, sondern auch in eigene Gondelkabinen, in denen es nicht so muffelt.

Bongo Bongo oder Broken Heart?

Stichwort frische Luft: An der Mittelstation geht’s raus. Aber jetzt bloß nicht auf den falschen Trail abbiegen. Der „Bongo Bongo“ wendet sich laut Facebookseite an „erfahrene Radler auf der Suche nach der Extraportion Flow“, auf dem nicht minder kniffligen „Broken Heart“ würde ich mir vermutlich sonst was brechen. Sabine lotst uns zum „Hangman II“, der einfachsten Was gibt es nach so einer Dreckspritz-Aktion Schöneres als ein Bad im Freiluftpool samt anschließender Massage? Eben. Nichts.

Ein bischen Spa muss sein

Also fühle ich mich im Spanorama und im Sky Spa dem Himmel noch näher, als es die oberste Etage der auf 1.050 Meter gelegenen ohnehin schon ist. Sanfte Musik dringt an mein Ohr, sanfte Hände verteilen Kräuterpeelings auf meinem Rücken und spätestens mit den Gerüchen von Lavendel und Melisse sauge ich auch das Motto der laut Eigenwerbung „sinnlichsten Alm der Welt“ auf: „Natur ist Freiheit“. Mit Natur ist hier aber nicht nur die Alleinlage direkt am Skihang mit Blick auf die „Bongo Bongo“-Radler gemeint.

Bitte einen Gin Tonic mit Bergminze

Nein, sämtliche Zutaten für Massageöle, Seifen und Cremes werden von Claudia Widauer und ihren Kolleginnen in der Umgebung gepflückt, dann getrocknet, in kalt gepresstes Olivenöl eingelegt und in XXL-Gläsern immer wieder in die Sonne getragen, bis hochwertige Kosmetika herauskommen. Johanniskraut, Brennnessel und Co. finden aber nicht nur den Weg ins Spanorama und die Badezimmer, sondern auch in die Bar, in der unter anderem Prosecco mit Fichtensirup kredenzt wird. Oder Gin Tonic mit Bergminze.

Die familiengeführte Forsthofalm oberhalb von Leogang im Salzburger Land ist eines der wenigen Vollholzhotels der Alpen, mit einer Mischung aus modernem Zeitgeist und Authentizität. Vermarktet sich als „sinnlichste Alm der Welt“, das Restaurant „Kukka“ hat eine Haube und das 1.000 Quadratmeter große Sky Spa einen Dachpool (DZ/VP ab 123 Euro pro Person bei Wochenbuchung).


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Über diesen Autor

Christian Haas

Christian Haas

Christian Haas – Jahrgang 1974, Wirkungsstätte München – liebt seit jeher die Kombination Reisen und Schreiben. Naheliegende Konsequenz: Studium der Geographie und Kommunikationswissenschaften in Eichstätt und München. Diplomarbeit in Venezuela, Nationalparkpraktikum in Puerto Rico, Redakteursanstellung in München. Seit 2002 als Reisejournalist und Autor selbstständig, Schwerpunkt Outdoor, Familie, Kurioses. Seit 2013 gehört Christian Haas zum Redaktionsteam von gambleinfo.

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