Länderberichte

Singapur | High hoch zwei

Peter Pfänder
Geschrieben von Peter Pfänder

282 Meter über der Stadt unter freiem Himmel den Sonnenuntergang genießen? Die höchste Open Air Bar der Welt, das 1 Altitude, macht es möglich. Und weil es hoch über Singapur so schön  ist, gibt es als Zugabe noch einen Roof-Top-Pool.

Man darf sich in so weltbewegenden Fragen wie der nach der höchsten Open Air Bar des Globus nichts vormachen lassen. Es gibt dazu weltweit unzählige Rankings in Magazinen und auf Websites. Aber alle irren, unterschlagen den wahren Rekordhalter in Sachen The world’s highest open air bar: das 1 Altitude in Singapur.

Joseph Ong, den Besitzer des 1 Altitude, treffe ich in einer tropisch-schwülen Nacht zu ein paar Drinks – auf eben weltrekordverdächtigen 282 Metern Höhe. Was für ein Ausblick sich vom 63. Stockwerk bietet: weit über die bis zum Horizont glitzernde Metropole unter einer schwülheißen Tropen-Glocke.

Die Luft steht, keine kleine Brise sorgt für ein wenig Abkühlung. „Wir sind hier so weit oben“, tippt Joseph auf sein Smartphone, „dass du  im Minutenwechsel mal in einem indonesischen Netz, mal in einem malaysischen und mal in einem aus Singapur eingewählt bist“. Das glaubt man gern, trotz Haze geht der Blick weit. Bei klarem Wetter soll er sogar bis zu Indonesiens Inseln reichen.

Joseph erzählt, er habe parallel zu seinem Job als Manager seines Lifestyle- und Gastro-Imperiums One Rochester Group (das er 2004 als MBA-Student gründete) bis vor eineinhalb Jahren als Vizepräsident für Asien-Pazifik und Japan beim Softwareunternehmen Symantec gearbeitet – und einen Management-Wälzer zum Thema „Remote Entrepreneurship“ geschrieben.

The winner takes it all …

Zählt man die Meter über Grund (282) und die Zahl der Stockwerke (63), schlägt das 1 Altitude alle einschlägig bekannten weltweiten Adressen. New Yorks oft zitierte Bar 54? Weit abgeschlagen. Hongkongs Ozone? Liegt zwar im 118. Stock und damit 490 Meter über der Stadt, aber nur zum kleinsten Teil im Freien. Die Terrace der höchsten Bar der Welt hat nur bei gutem Wetter geöffnet und ist damit keine Openair Bar.

Die Sky Bar at Sirocco in Bangkok behauptet, sie sei – weil  im 63. Stock angesiedelt – die höchste Open-air-Bar der Welt. Sie liegt aber 32 Meter weniger hoch als das 1 Altitude und ist zudem nicht konsequent „oben ohne“ – zwischen Gästen und Himmel spannt sich noch eine goldene Kuppel. Bangkoks Vertigo Grill & Moon Bar befindet sich im 61. Stock auf dem Dach des Banyan Tree-Hotels und liegt nur 196 Meter über der Stadt. Keine Chance. The winner is: 1 Altitude.

Singapur von ganz oben

Die Bar 1 Altitude macht um sechs abends auf, genau rechtzeitig zum Sunset. Eineinhalb Stunden später zündet jeden Abend das zum Wahrzeichen Singapurs gewordene Marina Bay Sands seine Laser- und Fontänen-Show, auf die man von hier einen tollen Blick hat.

Wer in luftiger Höhe feiern möchte, zahlt 30 Singapore Dollar Eintritt und bekommt dafür einen Verzehrgutschein. Besitzer des Singapore Explorer Pass oder Kunden, die ein Stopover Holiday Package des Nationalcarriers gebucht haben, kommen kostenlos hinauf. Und Frauen jeden Mittwoch sowieso: „Zum Wicked Wednesday ist der Eintritt für die Damen frei und du findest hier kaum mehr einen Platz zum Stehen. Dann ist das alles voller hübscher Frauen“, schmunzelt Joseph. Wer nach oben will, fährt mit der U-Bahn-Linie NS bis zum 1 Raffles Place, der Tower ist direkt über der U-Bahn-Station.

Schwimmen mit Ausicht: Blick über den Pool des "Jen Orchardgateway" auf die Skyline

Schwimmen mit Ausicht: Blick über den Pool des Jen Orchardgateway auf die Skyline

Cool Pool – ab ins Wasser

So spektakulär wie der Pool des Marina Bay Sands ist der 25-Meter lange Roof-Top-Pool des im Sommer 2014 eröffneten Hotels Jen Orchardgateway nicht, aber er ist von einem schönen Dachgarten umgeben und eröffnet vom 19. Stock aus einen großartigen Blick auf die Stadt. Zudem ist das Vier-Sterne-Haus mit 499 Zimmern (DZ/F ab 180 Euro) nicht nur des Pools wegen beliebt, sondern auch aufgrund der genialen Lage: Es thront über der beliebtesten Einkaufsstraße der Stadt, der Orchard Road.

Ganz so gediegen wie Superior City View Rooms kommen die Standardzimmer des Hotels "Jen Orchardgateway" nicht daher

So gediegen wie die Superior City View Rooms sind die Standardzimmer des Jen Orchardgateway nicht

Konsum-Vollrausch in der Orchard Road

Von der etwas konfusen Shopping-Mall Orchardgateway sind es rund 500 Meter bis zum edlen japanischen Department Store Takashimaya im Shopping Center Ngee Ann City. Dort und in vielen anderen Hochglanz-Komplexen, an denen die ganz großen Namen der Mode- und Schmuckbranche funkeln, wird jeden Abend geschoppt, bis Kreditkarte und Backen glühen.

Orchard Road: Eine Mall neben der anderen, platzt jeden Nacht aus allen Nähten und ist die beste Adresse für alle Shopaholics

Orchard Road: Eine Mall neben der anderen und die beste Adresse für Shopaholics

Man glaubt, die ganze Stadt stürze sich in die Konsumtempel – und wenn sie das nicht tut, steht sie vor angesagten Cake Shops oder Restaurants wie dem Sushi Tei Schlange, einer Kette von sehr guten Sushi-Lokalen.

Schöne, moderne Zimmer von 27 Quadratmetern, ein Restaurant mit großen Panoramascheiben, kostenlose Leihfahrräder aus Bambus (was für eine coole Idee!), direkter Zugang zur Shoppingmal Orchardgateway, Liftanschluss zur U-Bahn-Station Somerset sowie kostenfreies und sehr schnelles Wifi und Gratis-Zugang zu 2.500 Zeitungen und Magazinen via PressReader-App sind weitere Features, die dem von Shangri La gemanagten Jen Orchardgateway in der 277 Orchard Road viele Zusatzpunkte bringen.


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Über diesen Autor

Peter Pfänder

Peter Pfänder

Leidet an chronischem Fernweh, seit er 15 ist. Härtester Therapieversuch: eine 10.000-Kilometer-Radtour rund ums Mittelmeer im Alleingang im Jahr 1985. Die „itchy feet“ führten ihn während des Studiums (Politologie und Islamwissenschaften) in Tübingen und Damaskus immer wieder in den Nahen Osten. Lebte viele Monate in Jemen, Syrien und Libanon. Arbeitete als Gabelstaplerfahrer, freier Autor und Redakteur. Der Chefredakteur von „abenteuer und reisen“ liebt fremde Ufer, spannende Großstädte weltweit und exotische Küchen. Entspannt am liebsten beim Schwimmen im See oder Meer, beim Stand-up-Paddling im Sommer wie im Winter, bei Mountainbike-Touren – und in der Sauna.

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