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Hongkong | Walk This Way!

Reisebericht Hongkong | Quarry Bay Monster Building: Kopf in den Nacken und Kamera raus
Peter Pfänder
Geschrieben von Peter Pfänder

Das erste Mal in Hongkong? Hier kommen zehn Empfehlungen für die meistbesuchte Stadt der Welt. Von Street Food bis Fine Dining, von Brachial-Architektur über Feng-Shui bis zu Murals bekannter Künstler, von der ­entspannten Foodie-Tour bis zur Sunset-Cruise

Kerry Hotel – Style, Platz, Premium-Panorama

Das im April 2017 eröffnete ist unsere erste Wahl. Sehr große Zimmer. Dank raumhoher Fenster auf voller Breite bieten diese einen beeindruckenden Blick auf die Skyline von Hongkong Island und Victoria Harbour. Schickes, reduziertes Design ohne Heckmeck und gute Anbindung an die U-Bahn. Am besten einen der 52 Quadratmeter großen Premier Sea View Rooms buchen, kostet mit Frühstück ab 265 Euro.

Tipp: Abends zur Symphony of Lights einen Tisch auf der Terrasse des „“ reservieren und zum bunten Lichterspiel einen Cocktail genießen.

Hongkong | Der Horizon Pool des „Kerry Hotel“ bietet einen tollen Blick auf die Skyline von Hongkong Island

Der Horizon Pool des „Kerry Hotel“ bietet einen tollen Blick auf die Skyline von Hongkong Island

The Peak – Gipfelstunde und Hochhäuser

Selbstverständlich ist auf der Aussichtsplattform des Peak Tower auf 428 Meter Höhe wie auf dem 3,5 Kilometer langen Rundweg Circle Loop und in der antiquierten Standseilbahn The Peak Tram aus dem Jahr 1888 immer sehr viel los. Aber das muss man gesehen haben und daher gilt es: Brav in der langen Schlange stehen und die Menschen­massen in Kauf nehmen.

Vom aus blickt man dem Meer von Hochhäusern auf Hong­kong Island und Kowloon aufs Dach. In der Nachbarschaft unter dem Peak und in höheren Hanglagen befinden sich die Luxuswohnungen der Superreichen, für die schon mal Quadratmeterpreise von 30.000 bis 80.000 Euro fällig werden können.

Star Ferry – Nostalgisch übers Wasser

Zwar verbinden Tunnel und U-Bahnen unter dem Victoria Harbour die Stadtteile Tsim Sha Tsui auf Kowloon und Central respektive Wan Chai auf Hongkong Island. Die mit Abstand schönste Art, das an­dere Ufer zu erreichen, ist aber eine Fahrt mit den zwölf teilweise aus den 1950ern stammenden nostalgischen Schiffen der .

Hongkong | Nostalgisch von einem Ufer zum anderen mit „Star Ferry“

Nostalgisch von einem Ufer zum anderen mit „Star Ferry“

Sham Shui Po – Toughes Flair und Street food

ist eines der ältesten, am dichtesten besiedelten und ursprünglichsten Stadtviertel Hongkongs. Es ist geprägt von Tausenden kleiner Läden für Textilbedarf, Werkzeuge, Kleidung, Elektronika, Spielzeug und Küchengeräte sowie für Lebensmittel und Delikatessen – dazu viel Street Food und Garküchen. Hier taucht man tief in die authentische, aber auch harte Welt von „Hongkong’s yesteryears“ ein.

Die char­mant und kundig geführte bietet interessante Einblicke und macht kulinarische Legenden der Stadt erlebbar. Das Programm? Typisches Hongkonger Früh­stück mit Silk Stocking Milk Tea und einem fluffigen Pineapple Bun. Der enthält keine Spur von Ananas, der Name spielt auf die Oberfläche an. Das Oberteil ist aus Mürbteig, das Unterteil aus süßem Brotteig. Besonders gut sind diese Buns laut Guide Yammay im „Kowloon Restaurant“ (282 Yu Chau Street).

Später gibt es Rice Rolls mit würziger Soße im stadtbekannten und vom „Guide Michelin“ empfohlenen „Hop Yik Tai“ in der Kweilin Street Nummer 121.

Hongkong | Die besten Rice Rolls der Stadt isst man im „Hop Yik Tai“

Die besten Rice Rolls der Stadt isst man im „Hop Yik Tai“

Hochgerühmt sind die Kreationen aus feinstem Tofu der „A1 Tofu Company“ ein paar Häuser weiter. Favorit: das Tofu-Dessert „Dau Fu Fa“ mit Ingwersirup und Rohrzucker.

Ein Klassiker beglückt  im „Yuen Fong Dumplings“ (104 Fuk Wa Street): Kohl-Schweinefleisch-Dim-Sum und Wasserkresse-Schweinefleisch-Dim-Sum „Gao Zi“. Nach etwas Süßem vom „Eight Angels Cake Shop“ in der 197 Nam Cheong Street bilden die Bamboo Noodles mit Shrimps von „Lau Sum Kee Noodle“ (80 Fuk Wing Street) den krönenden Abschluss des dreistündigen Spaziergangs, der pro Kopf 75 Euro inklusive aller Degustationsgerichte kostet.

Noch ein Tipp: Unbedingt zur „Kung Wo Beancurd Factory“ gehen und Sojamilch und Tofu-Pudding (10 HK-$) nach Originalrezept des Gründers Bom Lok versuchen. Die Firma geht auf das Jahr 1893 zurück und wird oft als der beste Tofu-Macher der Stadt gelobt.

Hongkong | Garküche im altehrwürdigen Stadtteil Sham Shui Po

Garküche im altehrwürdigen Stadtteil Sham Shui Po

Sky100 – Höhen-Rausch gefällig?

Rasend schnelle Aufzüge katapultieren die Besucher hinauf zum im 100. Stock des ICC. Beeindruckend ist der Rundumblick über Hongkong, die vorgelagerten Inseln und das Meer. Es geht sogar noch ein wenig höher: Wer zum Sunset im „Ozone“ von „“, der höchsten Rooftop Bar der Welt, im 118. Stock des ICC einen Platz reserviert, genießt einen erhabenen Blick zu Champagner (Flasche ab 130 Euro).

Tramway Ding-Ding – Entdeckung der Langsamkeit

Alle 250 Meter stoppt die an einer Haltestelle. Entsprechend gering ist der Stundenschnitt. Eilige nehmen besser eines der günstigen Taxis. Wer aber Zeit und Lust auf Sightseeing im Sitzen hat, ist hier genau richtig.

Von Kennedy Town im Westen bis Shau Kei Wan im Osten sind es knapp 13 Kilometer – und damit 50 Stopps, an denen sich Fahrgäste hinten in die Tram drängen und vorne versuchen, noch rechtzeitig vor Abfahrt aus dem Wagen zu kommen. Die Tram wurde 1904 gegründet, Doppeldecker sind seit 105 Jahren unterwegs.

Hongkong | Ding Ding: Die lustigste Art, Hongkong zu erleben. Vier-Tage-Pass: 3,55 Euro

Ding Ding: Die lustigste Art, Hongkong zu erleben. Vier-Tage-Pass: 3,55 Euro

 

Hongkong Old Town Central – Street Art und Shabby Chic

Hipstertauglicher Bezirk, nicht nur SoHo = South of Hollywood Road. Kein Wunder, dass Heerscharen von Hongkong-Besuchern und Expats durch die Straßen ziehen, vor Coffee Shops und kleinen, feinen Kneipen sitzen. Lustige Läden, unzählige Galerien und Boutiquen sowie Dutzende sehenswerter Murals machen den Reiz von Old Town Central aus.

Hongkong | Old Town Central: Treppauf, treppab jede Menge Street Art

Old Town Central: Treppauf, treppab jede Menge Street Art

Hier ein Vorschlag für einen Rundgang, der einige der wichtigsten und Sehenswürdigkeiten erschließt: Start bei der Tram-Station Western Market Terminus, durch Morrisson Street und Queens Road zur Possession Street und links ab in die Hollywood Road. Vorbei an Graffiti des Koreaners Xeva und des Franzosen Hopare in der Tank Lane und einem neuen Werk des Japaners ONQ in der Shin Hing Street.

In den Seitengassen gibt es eine Menge anderer Murals zu sehen, teils offizielle, teils illegale Werke. Weiter zum bekannten Man Mo Temple und bis zur Ecke Hollywood Road/Graham Street mit einem großen Town­house Mural des Hongkonger Sprayers Alex Croft.

Von hier sind es nur ein paar Schritte zur „Tai Cheong Bakery“ und zur längsten Roll­treppe der Welt, dem 800 Meter langen Midlevel Escalator. Wer noch mehr Murals sehen möchte, der fährt nach Sheung Wan und Sai Ying Pun. Geführte Privattouren für ein bis zwei Personen zum Thema Street Art gibt es bei mit Alexandra Unrein.

Hongkong | Old Town Central: Kleine Kneipen und lustige Läden

Old Town Central: Kleine Kneipen und lustige Läden

Quarry Bay Monster Buildings – Kopf in den Nacken!

Betondschungel vom Allerfeinsten, bekannt aus dem Film „Transformers: Age of Extinction“! Die fünf riesigen, Anfang der 1960er in U-Form errichte­ten und auf je 18 Stockwerken extrem dicht bewohn­ten Wohn­komplexe Oceanic Mansion, Montane Mansion, Fok Cheung Building, Yick Cheung Building und Yick Fat Building sind eine Blickwinkel-Challenge für Massen von Instagrammern – und der Beton gewordene Wahnsinn. MTR-Station Quarry Bay Station, Exit A.

Hongkong | Quarry Bay Monster Buildings: die 18 Stockwerke hohen Wohn­komplexe Oceanic Mansion, Montane Mansion, Fok Cheung Building, Yick Cheung Building und Yick Fat Building

Quarry Bay Monster Buildings: die 18 Stockwerke hohen Wohn­komplexe Oceanic Mansion, Montane Mansion, Fok Cheung Building, Yick Cheung Building und Yick Fat Building

Hongkong | Instagrammable! Quarry Bay Monster Buildings: Blick von der King's Road

Instagrammable! Quarry Bay Monster Buildings: Blick von der King’s Road

Aqua Luna Cruise – Symphony of Lights ganz nah

Knallrote Segel sind das Erkennungszeichen dieser , die auf dem Victoria Harbour hin und her schippert. Legt um 19.30 Uhr ab, dreht pünktlich zum Start der zehnminütigen „Symphony of the Lights“ bei und startet den passenden Soundtrack. Blinkende, flimmernde Hochhausfassaden, Laser-Show und animierte Fassaden – ein sehenswertes Spektakel, das von Land und ohne fetten Sound nur halb so schön ist. Einstündige Fahrt ab dem Tsim Sha Tsui Public Pier mit einem Drink knapp 30 Euro. Show jeden Abend ab 20 Uhr.

„Fu Rong“ – Scharfe Chengdu-Cuisine

Mit raffinierten Wein- und Sake-Pairings erfreut die scharfe Sichuan-Küche des vor nicht langer Zeit eröffneten Restaurants „Fu Rong“ im Ocean Terminal. Tollen Blick auf die Skyline gibt es on top. Tipp: Das achtgängige Menü „Experience Cheng Du“ (60 Euro), unter anderem mit einigen knackig-frischen Chong­zhou-Gemüserollen an Wasabi-Kaviar, schön fettem Schweinebauch mit Knoblauchmarmelade und Gurken, dem Sichuaner Traditionsgericht Hühner-Consomée mit Yam und Hühnchen, Kunga Bao Shrimps mit Chili und Cashews, sautierten Sweet Beans, die an Seidentofu erinnern, Wagyu Beef mit Sichuan-Pfef­fer-Soße und das Red Rice Porridge sowie als Dessert die butterzarte, sehr überraschende Shredded Winter Melon.

Das „Fu Rong“ gehört zu einer in der Volksrepublik ziemlich erfolgreichen Gastrokette, die sich der scharfen (!), aromatischen Sichuan-Küche verschrieben hat. In der warten außerdem drei mit einem Michelin-Stern gekrönte Adressen: „Épure“, „Sushi Tokami“ und „Yé Shanghai“.

Hongkong | Das Auge isst mit: Sautierte Sweet Beans mit Seerosenfrüchten

Das Auge isst mit: Sautierte Sweet Beans mit Seerosenfrüchten

 

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Info

Anreise

Mit Swiss ab Frankfurt via Zürich, mit Turkish Airlines via Istanbul, Economy ab 525 Euro. |

Günstig herumkommen

Metro, Bus und Tram fahren mit hoher Frequenz und sind in Hongkong spottbillig. Etwa 16 Euro kostet die wiederaufladbare Octopus Card. Damit kommt man locker fünf Tage durch die Stadt – und kann auch in Convenience Stores einkaufen

Beste Reisezeit

Von Juni bis Ende Oktober ist es in Hongkong sehr heiß und extrem schwül, zudem drohen Taifune. Von Oktober bis Ende Dezember ist es zuverlässig warm und trocken, März und April sind auch sehr angenehm

Auskünfte

Das Hongkong Tourism Board versorgt mit zahlreichen Tipps und Anregungen.


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Über diesen Autor

Peter Pfänder

Peter Pfänder

Leidet an chronischem Fernweh, seit er 15 ist. Härtester Therapieversuch: eine 10.000-Kilometer-Radtour rund ums Mittelmeer im Alleingang im Jahr 1985. Die „itchy feet“ führten ihn während des Studiums (Politologie und Islamwissenschaften) in Tübingen und Damaskus immer wieder in den Nahen Osten. Lebte viele Monate in Jemen, Syrien und Libanon. Arbeitete als Gabelstaplerfahrer, freier Autor und Redakteur. Der Chefredakteur von „gambleinfo“ liebt fremde Ufer, spannende Großstädte weltweit und exotische Küchen. Entspannt am liebsten beim Schwimmen im See oder Meer, beim Stand-up-Paddling im Sommer wie im Winter, bei Mountainbike-Touren – und in der Sauna.