Lifestyle

Lieblings-Stück | Jacke Sendling von O1O6

Peter Pfänder
Geschrieben von Peter Pfänder

Ein Sakko-Jacken-Hybrid aus Loden, designed im Münchner Westend, made in Italy. Hört auf den Namen Sendling. Klingt g’spinnert, aber trägt sich wunderbar, steckt voller Raffinessen und wurde auf vielen Reisen zum Lieblings-Stück

München, Gollierstraße. Am Anfang war die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau: „Was muss eine Jacke können, mit der wir uns auf dem Rad, zu Fuß oder in der überfüllten U-Bahn durch die Stadt bewegen können, ohne verschwitzt oder regennass, aber stilvoll dort anzukommen, wo wir einen guten Eindruck hinterlassen möchten“, skizziert Christian Vornehm, einer der vier Gründer von O1O6, die Initialzündung zur eigenen Jackenkollektion. Der Grafikdesigner ist selbst viel mit dem Rad in München unterwegs.

Das Münchner Start-up 0106 hat sich „intelligent urban clothing“ auf die Fahne geschrieben

Feinster, weicher Loden – aber keine Spur von Jodler-Look

Lob dem Loden!

Das Münchner Start-up o1o6 hat sich „intelligent urban clothing“ auf die Fahne geschrieben. Was das bedeutet? Man verbinde natürliche Stoffe mit technischen Komponenten und schaffe so „Mode für selbstbewusste Individualisten“, so Designer Charles Cox. „Wir haben uns für das „alte“ Material Loden entschieden, weil es durch seine Eigenschaften perfekt unseren Ansprüche entspricht.“

So alpenländisch-rückständig und hinterwäldlerisch Loden konnotieren mag, so wunderbar ist der Stoff. Superweich und kuschelig, nicht so widerborstig wie Harris Tweed und nicht so banal wie Funktionsfaser.

Für Schutz vor Schmutz sorgt laut 0106 eine „Teflonbeschichtung“, was jetzt irgendwie nach Bratpfanne klingt, aber nicht zu sehen ist. Mehr zum Vorteil von Schafwolle und deren hoher Funktionalität finden Sie hier

0106 Sendling: Für Business, Travel, Leisure

Die Jacke ist im Reise-Alltag ein Alleskönner. Das gute Stück – zu 100 Prozent aus Schurwolle und damit von Natur aus wasser- und windabweisend – hält uns im spätwinterlichen Tokio und Istanbul wie im Tiroler Frühling warm, ohne uns zum adipösen Michelin-Männchen zu machen. Dieses ästhetische Schicksal überlassen wir den Trägern von Daunenjackenwürsten jedweder Preislage.

Tokyo/Yurakucho: Sonne und eisiger Wind, schön warm dank Sendling

Tokyo/Yurakucho: Sonne und eisiger Wind, schön warm dank Jacke Sendling von 0106

 

Sendling goes Toyko

Praxistest im Schnellzug bestanden!

In der Jacke Sendling fühle ich mich auch in Tokios Designtempeln gut und angemessen kreativ gekleidet. Dem durch Ginza pfeifenden eisigen Wind trotze ich mit hochgestelltem Kragen, beim Bummel durch überheizte 100 Yen Shops und in den engen Garküchen Yurakuchos komme ich nicht ins Schwitzen. Was ist Sendling also? Eine businesstaugliche Outdoor-Jacke! Oder eine outdoorfestes Business-Teil.

Praktisch: Wer zur Sendling greift, ist in der kühlen Jahreszeit statt mit Sakko und sperriger wärmender Jacke nur mit einem Stück unterwegs. Das freut alle, die (wie ich) am liebsten nur mit Handgepäck reisen.

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Auch in Edelbiotopen wie dem „Aman Tokyo“ kann man sich mit dem Münchner Loden sehen lassen

Label 0106: Design erfüllt seinen Zweck

Wer sich öfter eine Tasche überwirft, kennt das Problem rutschender und knautschender Sakko-Schultern. Bei der Jacke Sendling verhindern dies Stretch-Einsätze zwischen den Schultern, in den Achseln und am Unterarm.

Die Ärmel bleiben genau da, wo sie sein sollen – in Höhe des Handgelenks und nicht kurz vor Ellenbogen, obwohl die Jacke generell recht körpernah geschnitten ist. Oder hat sich mein Körper nur jackennah verformt?

Ja, sogar eine Kopfhörer-Garage hat die Jacke Sendling

Ja, sogar eine Kopfhörer-Garage hat die Jacke Sendling

Lustig: der Verschluss-Riemen, der die offene Jacke auf dem Fahrrad vom Flattern abhält. Wenn es auf dem Rad oder zu Fuß rau zugeht und kalt ist, weiß man die Ärmelbündchen und asymmetrischen Ärmel zu schätzen. Wer dann noch friert, der tut dies im Gewissen, dabei wenigstens gut gekleidet zu sein.

Damit hätten wir eine Funktionsjacke, die nicht nur „funktioniert“, sondern gut aussieht und auf intelligente Art aus der Reihe tanzt. Und deshalb sind der German Design Award 2016 mehr als verdient und die 599 Euro gut angelegt.

Über diesen Autor

Peter Pfänder

Peter Pfänder

Leidet an chronischem Fernweh, seit er 15 ist. Härtester Therapieversuch: eine 10.000-Kilometer-Radtour rund ums Mittelmeer im Alleingang im Jahr 1985. Die „itchy feet“ führten ihn während des Studiums (Politologie und Islamwissenschaften) in Tübingen und Damaskus immer wieder in den Nahen Osten. Lebte viele Monate in Jemen, Syrien und Libanon. Arbeitete als Gabelstaplerfahrer, freier Autor und Redakteur. Der Chefredakteur von „abenteuer und reisen“ liebt fremde Ufer, spannende Großstädte weltweit und exotische Küchen. Entspannt am liebsten beim Schwimmen im See oder Meer, beim Stand-up-Paddling im Sommer wie im Winter, bei Mountainbike-Touren – und in der Sauna.

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