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Südafrika | Harte Mädels gegen Wilderer

Peter Pfänder
Geschrieben von Peter Pfänder

Frauenpower gegen Wilderer – unter anderem darauf setzt Südafrika im härter werdenden Kampf gegen die Wilderei

Die Damen nennen sich in Anlehnung an die aggressiven Giftschlangen .  Das passe, heißt es, weil sie nicht lockerlassen, wenn es darum geht, Wilderer aufzuspüren. Weil sie furchtlos seien – obwohl sie unbewaffnet auf Patrouille gehen. Dieser Mut hat den Wildhüterinnen in Südafrika landesweite Bekanntheit beschert.

Breitmaul-Rhinozeros im Thanda Private Game Reserve

Breitmaul-Rhinozeros im Thanda Private Game Reserve

Vor allem auf Nashörner haben es die Wilderer abgesehen, und auf Elefanten. Die Schlächterei nimmt unfassbare Ausmaße an. 2014 wurden allein in Südafrika 1.215 Rhinos getötet – das entspricht 8.000 Kilogramm Horn für den Schwarzmarkt, der bis zu 80.000 US-Dollar pro Kilo zahlt. Über 65 Prozent der getöteten Rhinos fielen Wilderern im weltberühmten Krüger-Nationalpark zum Opfer.

Der Gesamtbestand an südlichen Breitmaulnashörnern liegt bei rund 20.000 Tieren, die nördliche Spielart hingegen dürfte  dem Untergang geweiht sein. Der Gesamtbestand an Spitzmaulnashörnern wird vom WWF auf 7.000 Tiere geschätzt.

Die rund 30-köpfige Frauentruppe der „Black Mambas“ patrouilliert täglich im Balule-Naturreservat mitten im Krüger-Nationalpark auf der Suche nach Fallen oder verräterischen Feuerstellen. Da­­für wurden sie jetzt mit dem „Champions of the Earth Award“ der Vereinten Nationen ausgezeichnet.

Um Afrikas Nashörner tobt ein erbitterter Krieg, bei dessen traurigen Opferzahlen 100 gerettete Spitzmaulnashörner erst mal wie der Tropfen auf dem heißen Stein wirken mögen. Doch die im Sommer 2015 abgeschlossene Umsiedlungsaktion von südafrikanischen Rhinos nach Botswana ist ein wichtiger Etappensieg.

Zum einen, weil es gelang, die massigen und vom Aussterben bedrohten Tiere mit immensem Aufwand und einer enormen, komplexen Logistik in sicheres Gebiet umzusiedeln, das von der Troika aus , Botswana Defence Force und einer Anti-Wilderei-Einheit des Department of Wildlife and National Parks überwacht wird. Und zum anderen, weil die langjährige, beispiellose Zusammenarbeit zwischen staatlichen und pri­vaten Akteuren beim Vorbildcharakter hat für weitere Umsiedlungsprogramme – und hoffnungsspendenden Symbolcharakter in der „Schlacht von Afrika“.



Über diesen Autor

Peter Pfänder

Peter Pfänder

Leidet an chronischem Fernweh, seit er 15 ist. Härtester Therapieversuch: eine 10.000-Kilometer-Radtour rund ums Mittelmeer im Alleingang im Jahr 1985. Die „itchy feet“ führten ihn während des Studiums (Politologie und Islamwissenschaften) in Tübingen und Damaskus immer wieder in den Nahen Osten. Lebte viele Monate in Jemen, Syrien und Libanon. Arbeitete als Gabelstaplerfahrer, freier Autor und Redakteur. Der Chefredakteur von „gambleinfo“ liebt fremde Ufer, spannende Großstädte weltweit und exotische Küchen. Entspannt am liebsten beim Schwimmen im See oder Meer, beim Stand-up-Paddling im Sommer wie im Winter, bei Mountainbike-Touren – und in der Sauna.

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