Länderberichte

Mauritius | Die besten Tipps für den Insel-Urlaub

Mauritius
Birgitta Holenstein Ramsurn

Mehr als nur Sonne, Sand und Meer! Mauritius kann spannend und anregend sein. Wer viel authentische Kultur, Natur, Wassersport oder Kulinarik erleben will, dem helfen unsere 15 Tipps ganz sicher auf die Sprünge

Ab an den Strand!

Die Strände von Mauritius bestechen durch feinen weißen Sand und kristallklares Wasser. Das schützende Riff schafft türkisfarbene Lagunen – ein Paradies für Was­sersportler. An der Ostküste gehören die Beaches von Palmar und Belle Mare zu den schönsten, im Westen liegen die berühmten Strände Flic en Flac, Wolmar und entlang der Halbinsel Le Morne.

Im Norden fin­det man Strände und verspielte Buchten wie Trou aux Biches, Mont Choisy, La Cuvette, Péreybère oder Anse La Raie. Im rauen Süden kann man in Blue Bay, bei Bel Ombre und bei Riambel baden. Vor Souillac, Tamarin, La Cambuse und im hinteren Teil von Le Morne klaffen breite Lücken im Riff. Dort sind die Strände sehr schön, aber wegen starken Strömungen und unberechen­ba­ren Wellengangs nicht für Schwim­mer geeignet – zur Freude der Surfer!

Tipp: Als „Public Beach“ beschil­derte Strände sind auf Mauritius mit WCs und oft mit Duschen ausgestattet. Badeschuhe sind empfohlen.

Rum und Historie

Als den Besitzern der kolonialen Villa St. Aubin nordöstlich von Souillac der Lärm ihrer Zuckerfabrik zu viel wurde, brachen sie ihr Heim kurzerhand ab und bauten es am anderen Ende ihres Grundstücks wie­der auf. Heute kann man Villa, Fabrik und den üppi­gen Gar­ten besichtigen, dazu Hochprozentiges in der traditionsreichen Rumfabrik probieren und stilvoll auf der Veranda tafeln. Tipp: Die Villa St. Aubin kann als Teil der Inselrundfahrt „La Route du Thé“ zum Spezialpreis besichtigt werden.

Mauritius Rum: Villa Saint Aubin: Rum kosten oder im Restaurant speisen

Villa Saint Aubin: Rum kosten oder im Restaurant speisen

Zeit für Tee

Tee wird hier in der Tasse und vom innovativen Chef als „La Cuisine du Thé“ auch auf dem Teller zele­briert. Die Plantage mit dem romantischen Namen Bois Chéri („Süßes Holz“) liegt auf einem Hochplateau zwölf Kilometer nördlich des Dorfs Rivière des Anguilles. Die Zufahrtswege sind gut ausgeschildert. Nach Besichtigung der Teefabrik fährt man zum idyllisch über einem kleinen See gelegenen Pavillon, wo man die Tees der Plantage verkosten und kaufen kann. Die Teeplantage kann als Teil der Besichtigungsroute „La Route du Thé“ zum Spezialpreis besucht werden.

Wertvolles Grün: Teeblätter zu erkeben beim Mauritius Urlaub mit unseren Tipps

Wertvolles Grün: Teeblätter

Heiliger See der Hindus

Eine breite Straße führt zum sagenumwobenen heiligen See der Hindus, dem Ganga Talao. Hinter den riesigen Götterstatuen von Shiva und Durga geht das Seelein fast unter. Die Tempelanlage, etwa zehn Kilo­me­ter nördlich von Chemin Grenier gelegen, steht allen Besuchern offen. Aber: Bitte Schuhe ausziehen!

Gegen eine milde Gabe gibt’s ein Gebet und ein Stirn-Tikka. Ende Februar/Anfang März feiern die Indo-Mauritier hier die lange Nacht des Shiva. Dann ziehen Pilgerscharen die Hügel hoch und die Straßen sind für Autos unpassierbar. Tipp: Warmes zum Überziehen mitbringen, der See liegt im regenreichen Inselinnern auf 550 Meter Höhe.

Insel der Silberreiher

Eine kurze Bootsfahrt bringt Besucher von Mahébourg aus auf die von der Mauritius Wildlife Foundation betriebene, kleine „Insel der Silberreiher“: Île aux Aigrettes. Sie ist Heimat von endemischen Pflan­zen und Tieren sowie deren Zucht- und Pflegestation. Auf einem geführten Rundgang erfährt man Spannendes zu Flora und Fauna.

Begegnungen mit Skinken, Riesenschildkröten und seltenen Vogelarten gehören dazu. Ein Muss für alle, die gern wissen wollen, wie Mauritius vor der Besiedelung durch den Menschen ausgesehen haben mag. Unbedingt reservieren, der Zugang zur Insel ist limitiert.

Mauritius Urlaub: Beeindruckend: Riesenschildkröte auf der Île aux Aigrettes

Beeindruckend: Riesenschildkröte auf der Île aux Aigrettes

Berg der Berge

Manche wollen ihn unbedingt besteigen, andere genießen sei­nen Anblick lieber von einem der tollen Strände aus, die ihn auf drei Seiten umgeben. Le Morne Brabant ist der markante, steil aufragende Basaltklotz auf der Halbinsel Le Morne. Einst haben hier entlaufene Sklaven gehaust, heute stehen bekannte Luxushotels neben Fischerdörfern. Ein Besuch des Sklaverei-Monuments lohnt sich!

Mauritius_Le Morne Beach

Am Le Morne Beach auf Mauritius lässt es sich prima entspannen

Mauritius isst so süß!

Nicht nur ein Tipp für Regentage. Die zum interaktiven Museum L’Aventure du Sucre umgestaltete frühere Zuckerfabrik nordöstlich von Terre Rouge ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen unterhaltsam. Hier lernt man, wie „King Sugar“ unsere Kultur und Essgewohnheiten prägt. Im angeschlossenen Restaurant sind die Gerichte traditionell, ausgezeichnet, aber nicht billig.

Mauritius Uraub: Interaktives Museum L'Adventure du Sucre

Interaktives Museum L’Adventure du Sucre

Steife Brise und Seafood

Südlich der historischen Stadt Souillac schlagen rie­si­ge Wellen an pittoreske Basaltklippen und es bläst meist ein rauer Wind. Wer den Aussichtspunkt von Gris Gris besucht, sollte dies um die Mittagszeit tun und anschließend im Restaurant „Chez Rosy“  ausgezeichnetes Seafood genießen. Wanderwege führen von Gris Gris aus die Küste entlang. Achtung: Der Strand unter dem Aussichtspunkt ist wegen starker Strömungen kein Badestrand.

Wunderbiotop

La Vallé de Ferney: Ein Tal so abgelegen, dass man hier vor ein paar Jah­ren längst ausgestorben geglaubte Pflanzenarten und seltene Vogelarten fand. Deshalb blieb die Naturlandschaft erhalten, anstatt einer Schnellstraße weichen zu müssen. Das Ferney-Tal nordwestlich von Vieux Grand Port lässt sich im Jeep oder zu Fuß ent­de­cken. Infos zu den Attraktionen und Fütterungszeiten der Mauritius-Falken erhält man im Besucherzentrum mit Galerie an der Straße von Bambous Virieux nach Mahébourg.

Mauritius Urlaub: Einst war Mauritius fast komplett vom Zuckerexport abhängig

Einst war Mauritius fast komplett vom Zuckerexport abhängig

Alles Ebenholz

Im Naturpark auf den Hügeln von Chamarel dreht sich alles um den mauritischen Ebenholzbaum.  Täglich finden geführte Rundgänge und Wanderungen statt. Die Wege sind zum Teil auf Holzstegen angelegt und erlauben zauberhafte Einblicke in den Wald mit seinen endemischen Pflanzen, in dem auch bedrohten Vogelarten ein sicheres Zuhause gefunden haben. Inselfood und Infos gibt’s im Besucherzentrum mit Museum, Restaurant und einem Souvenirshop.

Mauritius Urlaub: Eben mal durch den Ebenholzwald spazieren!

Eben mal durch den Ebenholzwald spazieren!

Affen und Ruinen

Nördlich von Poste de Flacq liegt nahe der Ostküste, wo der Wald auf die Küste trifft, der zweite Nationalpark des Landes: Bras D’Eau. Er ist winzig (490 Hektar) und bietet spannende Einblicke in die Küstenflora. Ein Netz von Pfaden durchzieht den Park. Wanderer stoßen im Wald auf zahlreiche Affen, seltene Vogelarten, versteckte Fisch­teiche, einen seichten See und die Rui­nen einer Zuckermühle.

Kreolenküche in Chamarel

Palais de Barbizon, das einzige Restaurant, in dem authentische Chamarel-Kreolenküche angeboten wird, liegt an der Straße zur Kirche Sainte-Anne. Madame L’Intelligent hat schon viele Preise für ihre Gerichte gewonnen – dank Zutaten aus dem eigenen Garten wie Bananenblüten, Süßkartoffeln und Okra. Ihr Curry Poulet ist le­gendär. Am Ende der Mahlzeit wird Chamarel-Kaffee serviert. „Le Palais de Barbizon“ ist mittags geöffnet.

Leinen los!

Die Lagunen rund um Mauritius lassen sich am Besten mit dem Boot erkunden. Ausflüge kann man von jedem Küstenort aus direkt buchen. Die Tagestouren beinhalten meist den Besuch einer der vorgelagerten Inseln, eine Fischmahlzeit und einen Schnorchelstopp. Unser Tipp: Familie Celerine ist in den Gewässern um Le Morne unterwegs. Spontane Begegnungen mit Delfinen und – je nach Saison – auch mit Pott- oder Buckelwalen kommen des Öfteren vor.

Mauritius Urlaub: Einmaliges Erlebnis: Schwimmen mit Delfinen

Einmaliges Erlebnis: Schwimmen mit Delfinen

The Big Blue

Mauritius und die 560 Kilometer östlich gelegene Schwesterinsel Rodrigues sind beide von ausgedehnten Rifflandschaften umgeben. Die paradiesische Unterwasserwelt erkundet man am besten mit erfahrenen Begleitern. PADI- und CMAS-Tauchschulen gibt’s fast in jedem Hotel. Barlen Veerasamy vom Base Diving Centre in Pereybere bietet spektakuläres Tauchen im Norden von Mauritius, rund um die Insel Coin de Mire (Gunner’s Coin).

Abstecher: Insel Rodrigues

560 Kilometer östlich von Mauritius liegt diese rund 18 mal acht Kilometer große Insel inmitten einer dop­pelt so großen Lagune. Hier richten sich die Uhren nach den Gezeiten und das Leben der Bevölkerung ist von Landwirtschaft und Fischfang geprägt. Städte gibt es keine, selbst der Hauptort Port Mathurin wirkt eher wie ein großes Dorf. Seit Kurzem hat sich ein sanfter Tourismus mit Schwerpunkt auf Tauchen, Kitesurfen und Ökotouren entwickelt. Air Mauritius fliegt dreimal täglich. Die 90 Flugminuten lohnen sich absolut!

Mauritius Urlaub: Abgelegen und still: Insel Rodrigues und ihre Lagunen

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Info Mauritus + Rodrigues

Anreise nach Mauritius

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Unterkunft auf Mauritius

Constance Belle Mare Plage

Beach Hotel an einer Bucht mit fein­em Sandstrand und umgeben von einem Tro­pengarten. 278 Zimmer, Suiten, Villen. Sieben Restau­rants. Viel­fältige Akti­vitäten. Ab 1.295 Euro/Person/Woche im DZ/F

Auskünfte

Tourismusbüro Mauritius


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Über diesen Autor

Birgitta Holenstein Ramsurn

Birgitta Holenstein Ramsurn

Wurde als Südseeinsel-liebende Globetrotterin im Binnenland Schweiz geboren. Verbrachte ihre jungen Jahre damit, dies zu kompensieren, indem sie den Pazifik bereiste und sich für längere Zeit in Tahiti, Neuseeland und Hawaii aufhielt. Lebt seit 2001 in Mauritius, wo sie Essenzen aus einheimischen Blüten herstellt, Seminare organisiert und Besuchern die fassettenreiche Insel näherbringt. Die Autorin von Publikationen wie „Inseltrip Mauritius“ und „Flower Power from Mauritius“ schätzt die multikulturelle Mentalität und den schrägen Humor der Mauritier. Sie liebt die Vielfalt ihrer Wahlheimat, die sich nicht nur in Mikroklimen, Rassen und Religionen, sondern auch in den Kochtöpfen wiederspiegelt.