Fliegen

Neues Fluggefühl |Oben ohne!

Christian Haas
Geschrieben von Christian Haas

Ein neues Patent lässt herkömmliche Flugzeugfenster alt aussehen. Schließlich sieht es vor, Premium-Passagiere in eine Glaskuppel auf dem Flugzeugdach zu setzen – 360-Grad-Sicht inklusive.

Viele Leute auf wenig Platz unterzubringen und in der First Class allen Komfort zu bieten – darum geht es meist beim Kabinendesign für Flugzeuge. Die Firma aus der Boeing-Stadt Everett im US-Bundesstaat Washington hat eine andere Idee: Mit dem „SkyDeck“ entwickelt das Ingenieursbüro den ultimativen Ausguck. In einer auf den Rumpf gesetzten Glaskanzel sollen bis zu zwei Passagiere den Kopf aus den Wolken stecken können. Diese erreichen das Panoramadeck entweder über einen Lift oder eine Treppe.

Mit dem Material von Kampfflugzeugen

Das Glasdach halte allen im Flug zu erwartenden Einwirkungen einschließlich Vogelschlag stand, so Windspeed. Des Weiteren schütze eine spezielle Beschichtung die Insassen gegen UV-Strahlung und verhindere ein Beschlagen. Das verwendete Material sei vollverglasten Cockpitkanzeln moderner Kampfflugzeuge entliehen.

Der Hersteller verspricht: Die Glaskuppel lässt sich

Noch gibt es die Extra-Glaskuppel nur in der Simulation …

Kompatibel für (fast) jedes Dach

Das „tropfenförmige Design“ verringere den Luftwiderstand der Kanzel und den Verbrauchsanstieg in einen „vernachlässigbaren Bereich“, wirbt Windspeed für die Konstruktion. Ein weiteres Argument, mit dem Windspeed punkten will: Das Konzept soll sowohl auf VIP-Flugzeuge als auch auf Airliner anwendbar sein. Erste Flugzeughersteller sollen bereits angebissen haben und Interesse zeigen. Aber allein aufgrund des äußerst zeitaufwendigen Einbaus dürfte „SkyDeck“, sofern das Konzept tatsächlich zugelassen und umgesetzt wird, allerdings eher hochexklusiven Business-Jets im Boeing 747-Format vorbehalten bleiben.

Premium-Platz mit 360-Grad-Sicht über den Wolken

So einen Ausblick hat nicht einmal der Pilot: Premium-Platz mit 360-Grad-Sicht über den Wolken

Bleibt alles nur ein Traum?

Dennoch seien Flugzeugfans gewarnt: In den kommenden Monaten wird das „SkyDeck“ sicher nicht abheben – vielleicht bleibt es auch eine Utopie. Denn genehmigt ist das Patent noch nicht. Auch ein Sicherheitszertifikat steht noch aus. Ein weiterer Hemmschuh: Für die Zeit, in der ein Flugzeug umgerüstet werden muss, entstehen dem Betreiber empfindliche Ausfallkosten, da die Maschine dann nicht für reguläre Flüge eingesetzt werden kann. Durch die sicherlich üppigen Kosten, die man von Passagieren für die Premium-Plätze verlangen könnte, würden sich diese Ausgaben vermutlich langfristig wieder amortisieren …



Über diesen Autor

Christian Haas

Christian Haas

Christian Haas – Jahrgang 1974, Wirkungsstätte München – liebt seit jeher die Kombination Reisen und Schreiben. Naheliegende Konsequenz: Studium der Geographie und Kommunikationswissenschaften in Eichstätt und München. Diplomarbeit in Venezuela, Nationalparkpraktikum in Puerto Rico, Redakteursanstellung in München. Seit 2002 als Reisejournalist und Autor selbstständig, Schwerpunkt Outdoor, Familie, Kurioses. Seit 2013 gehört Christian Haas zum Redaktionsteam von gambleinfo.

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