Länderberichte

Südafrika | Ranger in sieben Tagen

Adrienne Friedlaender
Geschrieben von Adrienne Friedlaender

Raubtierfährten lesen, Pflanzenkunde, Anschleichen an wilde Tiere: Unsere Reporterin testete für Euch die Kurzzeitausbildung zum Ranger, ein tierisch gutes Abenteuer im Busch Südafrikas

Langsam erklimmt die Sonne den afrikanischen Horizont, sie leuchtet rosarot über Fieberbäumen, Palmen und unseren neun Zelten. Der Abenteuergeist erwacht, vertreibt die Schläfrigkeit.

Dafür sorgt auch Bruce, der wie sein Kollege Jeff mit Safarihut, grünem Rangerhemd, Khaki-Shorts und Patronengürtel vor der kleinen Gruppe steht und Verhaltensregeln gibt. „Immer in einer Reihe bleiben“, warnt Bruce, „nicht sprechen, aufmerksam und mit allen Sinnen die Umgebung wahrnehmen. In jeder Minute. Und ganz egal, welchen Tieren wir begegnen: unter keinen Umständen weglaufen!“

Viele Tiere, viele Fragen

Bruce und Jeff überprüfen ihre Gewehre und los geht’s in eines der letzten wilden und unberührten Gebiete Südafrikas innerhalb des riesigen Krüger-Nationalparks: 24.000 Hektar Naturschutzgebiet, in das die Safarigäste des Krüger-Parks keinen Zutritt haben. Außer den Gästen des „Makuleke Camp“ begegnet man hier nur selten Menschen. Der Adrenalinspiegel steigt.

Außerhalb des sicheren Jeeps fühle ich mich plötzlich klein und verletzlich. Aufmerksam wandert der Blick über die Savanne. Hinter jedem Busch könnte ein Leopard hervorspringen, aus einem Dickicht ein Elefant auftauchen. Aber zunächst entdecken wir nur einen tellergroßen Fußabdruck. Ein Elefant ist dicht an den Zelten vorbeimarschiert.

Aber damit gibt sich Bruce nicht zufrieden: „Wann ist das Tier hier gewesen? Welche Richtung hat der Riese eingeschlagen? War es ein Bulle oder eine Kuh? Ist er schnell oder langsam gegangen?“

Büffeln gehört zum Rangerkurs

Eine Menge Fragen für Menschen, die sich sonst nur im Großstadtdschungel bewegen. Genau diese Fragen möchten wir nach dem Ranger-Schnupperkurs beantworten können. Zum siebentägigen Programm gehören Fährtenlesen, Vogel- und Pflanzenkunde sowie die vorsichtige Annäherung an gefährliche Tiere. Und dieses Unterrichtsfach findet früher statt, als mir lieb ist, denn plötzlich hebt Bruce seine Hand und bleibt stehen.

Keine 100 Meter von uns steht eine Herde Büffel. „Der Wind steht günstig, wir sind nicht in Gefahr“, flüstert er. Beruhigend, gehören Büffel neben Hippos doch zu den gefährlichsten Tierarten Afrikas. Wir wagen kaum, uns zu rühren. Ohne zu sprechen, beobachten wir die gehörnten Kraftpakete, bis Bruce das Zeichen zum Rückzug gibt.

Der Lepard gehört zur Familie der Katzen und ist die viertgrößte Großkatze.

Dieser Leopard macht nur ein Päuschen im Baum. Oft aber lauern die Tiere dort auf Beute – das ist bequemer als sich mühsam anzuschleichen und das Opfer dann über längere Strecken zu jagen

Immer auf den Guide hören!

Hungrig und mit müden Füßen erreichen wir unser Camp und genießen ein ausgiebiges Frühstück. Nach der Siesta hält Bruce einen Vortrag über Raubkatzen. Eine tägliche Theoriestunde am Nachmittag gehört zum Programm für den Rangerkurs. Dann brechen wir in den Busch auf, folgen den vielen Fährten, lernen, sie richtig „zu lesen“.

Die Tierwelt Afrikas mit den Augen eines Rangers zu erleben, ist ein einzigartiges Abenteuer. Ganz gleich ob „nur“ beim siebentägigen Schnupperkurs, beim 28-tägigen Wildnisführer-Training oder während der einjährigen Ausbildung zum Profi-Ranger – das Training im Camp und die langen Fußmärsche bieten intensiveren Kontakt zur Natur als jede Safari.

Wildnis in den Genen

Nach sieben Tagen Rangerkursfühle ich mich schon recht sicher im Busch, habe selbst eine Elefantenspur entdeckt und gedeutet und gerate nicht mehr in Panik, wenn Büffel in Sicht kommen. Und stets begleitet mich der Gedanke, in nicht allzu ferner Zukunft eine Auszeit zu nehmen und länger im Busch zu verweilen.

Als hätte Bruce dies gespürt, sagt er beim Abschied: „Wir alle haben die Wildnis in den Genen. Und ich bin mir sicher, dass jeder Mensch tief im Inneren eine Sehnsucht nach der Wildnis spürt. Die größte Hürde ist für die meisten nur, den ersten Schritt zu wagen.“


Rangerkurs buchen

Der siebentägige Schnupperkurs „“ kostet rund 1.000 Euro und beinhaltet Vollpension, Transfers, Parkgebühren, Game Walks und Jeep-Safaris. bietet weitere deutschsprachige Infos zu Südafrika, Safaris, den Städten und denkbaren Rundreisen.


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Über diesen Autor

Adrienne Friedlaender

Adrienne Friedlaender

Die freie Journalistin aus Hamburg schreibt Reisereportagen für Tageszeitungen und Magazine, Ratgeber und Serviceartikel rund ums Familienleben und immer wieder auch Glossen über das ganz normale Chaos in einer Familie. Das Reisen aber, sagt sie, "ist nicht nur meine Leidenschaft, sondern auch mein Job"

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