Länderberichte

Laos | Luang Prabang

Robert Haidinger
Geschrieben von Robert Haidinger

Der Herbst kommt – Zeit für Asien! Wie wäre es mit Laos? Zwischen den Bergen im Norden, Luang Prabang, Vientiane und den Wasserfällen im Süden wartet Asien vom Schönsten.

Die aristokratische Gegenspielerin der Hauptstadt Vientane ist die Unesco-Weltkulturerbe-Schönheit Luang Prabang. Ihr Ruf als Boutique-Destination Asiens reicht längst weit über Laos hinaus. Und das zu Recht, wie der Bummel zwischen Luang Prabangs lauschigen Häuserzeilen beweist. Morgenprozession der Mönche, Bummel zum Vat Xieng Thong, dem wohl schönsten Kloster Laos’, Mekong-Bootsfahrt zu den buddhistischen Pak-Ou-Höhlen, Lampions shoppen am Night Market – so sehen die Eckpunkte eines klassischen Tages aus.

 

Traveller-Bars und Boutique-Hotels

Doch zugleich bietet die herrlich zwischen Bergen gelegene Königsstadt feine Nuancen für jeden Geschmack und Geldbeu Historische Bauten wie das alte Krankenhaus aus der französischen Kolonialzeit haben sich in exklusive Fünf-Sterne-Resorts verwandelt. In kleinen Cafés wird perfekter Lemon-Meringue serviert und in den Restaurants am Ufer des Nam Khan, der hier mit dem Mekong die Halbinsel des historischen Stadtkerns bildet, das traditionelle laotische Barbecue Laab.

Luang Prabang ist pure Vielfalt mit familiärem Touch: Die Mönche unter magentafarbenen Bougainvileen-Wolken trifft man spätestens bei der abendlichen Meditation im Vat Mai wieder. Eine schnelle Partie Boule unterhalb der Hotel-Veranda. Kochkurs inklusive Salat pflücken im Klostergarten – langweilig wird es einem im schönen Luang Prabang auch nach Tagen nicht. Dazu tragen auch Ausflüge in die nahe Umgebung bei: Golf spielen und Elefantenreiten am Mekong-Ufer. Erfrischende Wasserfälle mit Dschungel-Setting und türkisen Pools – am spektakulärsten am Tad Sae. Viele dieser Ziele lassen sich sogar per Fahrrad erreichen.

Auf zum Xieng-Khouang-Plateau

Herr Samstag, der auf Laotisch Sao heißt, hat keine Fahrräder mitgebracht. Dafür aber grüne Papaya und Salz mit etwas Chilli. „Keine Berg- und Talfahrt ohne Kurven-Proviant“, erklärt Sao und grinst. Und die Kurven nach Phonsavan, die Hauptstadt des semiariden Xieng-Khouang-Plateaus, sind berüchtigt. Ganz am südlichen Rand taucht sogar der Gipfel des Phou Bia auf, der mit 2.819 Metern Laos’ höchsten Berg markiert.

Sobald man die Kieferwäldchen, die strohgelben Gräser und die im ganzen Land berühmten Rinder sieht (Sao: „Beste Bo Pho-Suppe von Laos“) hat man das östlich von Luang Prabang gelegene Plateau erreicht. Herr Samstag ist diplomierter Agrarwissenschaftler, der lieber fürs Taxiunternehmen seines Schwiegervaters durchs gebirgige Laos rollt. Dass saure Papayas den Magen zusammenziehen, glauben wir ihm aufs Wort.

Unterwegs zum Xieng-Khouang-Plateau, der geheimnisvollen Ebene der Tonkrüge, das bedeutet zunächst: Noch mehr Eichkätzchen-Imbisse am Straßenrand, und immer mehr indigoblaue Hmong-Hosen. Herr Samstag mag eigentlich keine Hmong. Vor 20 Jahren ballerten sie mit Gewehren auf seinen Vater, der Wagen überschlug sich, wie durch ein Wunder ging alles gut aus. Als einstige Kollaborateure mit der CIA standen die Hmong lange unter Generalverdacht. Viele der in die Berge Geflüchteten kämpften nach dem Sieg der Pathet Lao noch Jahrzehnte lang weiter bis in die 1990er.

2.500 Kilo Bomben pro Kopf

Am mehrheitlich von Hmong bewohnten Xieng-Khouang-Plateau erinnert noch mehr an die dramatische Vergangenheit der Region. Wer im angesagten „Crater Café“ an Phonsavans Hauptstraße seine Sojamilch schlürft, findet sich von Kriegsschrott umzingelt. Blindgänger amerikanischer Fliegerbomben bilden eine Art Straßenzaun, an den Wänden hängen Handgranaten und durchlöcherte Helme.

In keinem Land der Erde regnete es mehr Bomben vom Himmel als ausgerechnet im buddhistisch friedfertigen Laos zur Zeit des Indochina-Krieges. Zwischen 1964 und 1973 warfen US-Piloten rund 270 Millionen Streubomben ab, umgerechnet sind das unglaubliche 2,5 Tonnen tödliches Metall pro Kopf – und das obwohl es offiziell gar keinen Krieg mit Laos gab.

Besonders heftig ergoss sich dieser Fluch über die strategisch bedeutsame Ebene der Tonkrüge, an der sich zwei aus Süden kommende Straßen mit der einzigen Ost-West-Verbindung kreuzen. Die gegen die Zivilbevölkerung gerichteten Flächenbombardements bescheren den Bewohnern des Hochplateaus – neben mittlerweile 50.000 Unfällen durch verstreute Handgranaten und Bomben – einen pragmatisch wirkenden Altmetallhandel.


INFOS

Hotel-Tipp

Ganz an der stillen Spitze der Unesco-geschützten Halbinsel von Luang Prabang – mit Blick auf den Zusammenfluss von Mekong und Nam Khan River – verteilen sich 22 Zimmer des Hotels auf fünf Gebäude. Der ehemalige Königspalast Wat Xienthong ist das Nachbargebäude. Unter den lauschigen Zimmerbalkonen kann man eine Partie Boule spielen. Der betagte Besitzer Urban Paulsson kommt aus Schweden. Mit Frühstück DZ ab 115 Euro.

Impfempfehlungen

Standardimpfungen überprüfen und vervollständigen (Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung und so weiter, rki.de). Als Reise-Impfung wird Immunisierung gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut sowie Japanische Encephalitis empfohlen. Gegen Dengue-Fieber und (die Höhenlagen über 1.000 Meter und größere Städte, auch Vientiane, gelten als malariafrei.) auf Mückenschutz achten sowie konsultieren. Leitungswasser sollte man nicht trinken.

Laos-Veranstalter im Überblick

Einzelne Elemente der be­schrie­benen Reise werden vom angeboten – auch als Teil grenzüberschreitender Reisen in die Nachbarländer Thailand, Kam­bod­scha, Vietnam. Größter Anbieter für Reisen nach Laos und auf dem nördlichen Mekong ist mit einem eigenen Katalog „Expertise Laos“. Bis China auf dem Mekong  fährt neu die , von Vientiane bis Jinghong im September 2016, ab 5.200 Euro.

 




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Über diesen Autor

Robert Haidinger

Robert Haidinger

Seit drei Jahrzehnten Foto-Nomade mit Ankerplatz Wien mit extremer Reiseerfahrung. Er arbeitete in bislang über 80 Staaten und auf fünf Kontinenten. Der Schwerpunkt dieser Reisetätigkeit liegt neben Afrika und Zentralamerika vor allem im kulturell so komplexen Asien. Langzeitaufenthalte in Japan, China, Sri Lanka und Indien machen ihn zum Spezialisten dieser Region. Seine Arbeiten werden von der Kölner Agentur Laif vertreten. „Meine fotografische Arbeit wird von unterschiedlichen Welten geprägt, die im Idealfall miteinander kommunizieren. Zum einen wäre da die Sensibilisierung auf moderne Lifestyle-Codes, geschärft durch langjährige Arbeit in den Bereichen Design und Architektur. Das Eintauchen und Verstehen fremder Kulturen setzt wiederum eine ganz andere Form von Erfahrung voraus – erworben durch Jahrzehnte lange intensive Kontakte auf allen gesellschaftlichen Ebenen Asiens. Heute fühle ich mich dort wie ein Fisch im Wasser. Zugleich führen mich immer wieder Reportage-Reisen an die „Last Frontier“: Besondere und oft raue Orte am Rande der globalisierten Welt, die eine besondere Form der Annäherung bedürfen. In unverbrauchten Weltregionen wie Mosambiks Norden oder Australiens Arnhem Land relativieren sich unsere Vorstellungen von Normalität.

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