Länderberichte

Ottawa | Hier spielt die Musik

Manuela Imre
Geschrieben von Manuela Imre

Ottawa, Ontarios Hauptstadt sollte man nicht verpasssen. Must-sees wie der Parliament Hill, die Restaurantszene sowie die nähere Umgebung sind auch einen längeren Besuch wert. 

Die Ontario-Küche ist generell bodenständig, aromatisch und deftig. Wild, allem voran Elch, steht in den meisten Gourmet-Restaurants auf der Karte. An dem Klischee, dass kein Kanadier den Tag ohne knusprig gebratenen Speck auf dem Teller beginnen möchte, ist etwas dran, ein Schnell-Check im Frühstücks-Café bestätigt das. Und dann ist da noch Ahornsirup, Dauerbrenner bei Süßspeisen aller Art wie den in Ottawa ausgesprochen beliebten Butter Tarts.

Eiswein für die Welt

Weniger bekannt, aber unbedingt trinkenswert: Ontarios Eiswein, ein fruchtig-kaltes Dessertgetränk, das meist aus der Region um die Niagarafälle stammt. Was zunächst wie ein Witz klingt, ist eine wahre Erfolgsgeschichte. Die dortigen Weißweine sorgen weltweit für Furore.

Bei der Stadt Niagara-on-the-Lake liegen mehr als 20 Weingüter, in der weiteren Umgebung sind es nochmals 80 – das hier ist Kanadas größtes Weinanbaugebiet. Wer die Niagarafälle ansteuert, auf die man von Kanada aus den deutlich besseren Blick hat, sollte auf jeden Fall auch ein, zwei Weingüter besuchen.

Ottawas Food-Szene ist noch entspannter und vor allem auf Bio konzentriert. beispielsweise ist eine stadtweite Initiative, die Produkte von Bauernhöfen wie der Acorn Creek Garden Farm frisch auf den Tisch von Restaurants wie The Albion Rooms  mit Chef Stephen La Salle oder das Court­yard Restaurant von Chef Ian Reed bringt. Kanadisch bodenständig geht es auf der Speisekarte des Murray St. zu. Dort findet sich die nahrhafte Basis für einen langen Stadterkundungstag.

Poutine heißt diese Kalorienbombe – Fastfood à la Ontario. Aber Vorsicht, gibt Hüftgold

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Tschingdarassabum

Die schwarzen Puschel bewegen sich im Gleichschritt. Die ovale Form erinnert ein bisschen an die turmhohe Haarpracht von Marge Simpson. Ein Vergleich, den die ernst schauenden Gardisten sicher nicht lustig fänden. Oder vielleicht doch, besitzen Kanadier doch viel Humor und sind enorm freundlich. Der Wachwechsel der Nationalgarde in den Sommermonaten ist die unangefochtene Hauptattraktion der Stadt, zu der viele Einheimische gern vorbeischauen.

Ab 10 Uhr ertönt erst Dudelsack-, dann Marschmusik und die Wachablösung läuft im Gleichschritt ein. Unter den schwarzen Mützen leuchtet die rote Uniform. Das Spektakel dauert knapp 30 Minuten und passt perfekt zu den neogotischen Türmen des langgestreckten Granitbaus im Hintergrund. Für ein Regierungsviertel gibt sich Parliament Hill erstaunlich weitläufig und zugänglich.

Ab an den Fluss

Nach einer Tour durch das House of Commons Chambers ist es genug mit den formellen Highlights. Der gut 90 Meter hohe Peace Tower bringt eine ruhige Abwechslung und einen feinen Ausblick über die Stadt und die Gatineau-Berge. Angeregt von so viel Grün unternehme ich einen Spaziergang durch den benachbarten Major’s Hill Park zur eisernen Alexandra Bridge.

Nordwestlich davon breitet sich der riesige Gatineau-Park aus, den die Einheimischen gern für lange Wanderungen nutzen. Unter mir fließt der Ottawa-Flusses, der Namen und Geschichte der Stadt geprägt hat und von mehreren kleinen Inseln unterbrochen wird. Vor einer der Inseln stauen sich die 15 Meter hohen Chaudière-Fälle.

Mehr Informationen zu und Impressionen aus

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INFO

An- und Einreise

Ab Mai bietet die Strecke Berlin–Toronto und zurück mit Zwi­schenstopp in Island ab 300 Euro an, weiter nach Ottawa in rund 4,5 Stunden mit VIA Rail Canada. Für die Ein­reise nach Kanada genügt ein gültiger Reisepass, ab 15. März 2016 ist eine ver­pflichtend, Kosten: 7 Canada-Dollar (rund 5 Euro).

Auskünfte

In Deutschland unter Tel. 01805/52 62 32 oder online unter und auf der


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Über diesen Autor

Manuela Imre

Manuela Imre

Den Fuß in die Schreiberei bekam Manuela mit 15 bei der Lokalzeitung. Heute lebt sie in New York, reist aber am liebsten um die Welt. Luxus? Ist schön, muss aber nicht sein. Am spannendsten sind letztendlich immer die unerwarteten Entdeckungen in verwinkelten Seitenstraßen, die spontanen Gespräche mit Einheimischen und die atemraubenden Ausblicke auf den Spitzen kleiner Bergdörfer. Auf wuseligen Märkten, an Straßenständen und in versteckten Suppenküchen verbergen sich zudem oft die köstlichsten Gerichte – die dürfen gern scharf und würzig sein. Die besten Mitbringsel aus fernen Ländern sind sowieso lokale Rezepte wie Amok aus Kambodscha, Laksa aus Malaysia oder Tom Yum aus Thailand. Die schmecken nachgekocht zwar meist nicht ganz so perfekt wie auf Reisen, machen aber die schönsten Erinnerungen wieder lebendig. Wenn die Journalistin nicht gerade auf Booten, Fahrrädern oder in Flugzeugen unterwegs ist, lässt sie es mit Yoga etwas ruhiger und rückenschonender angehen...der nächste lange Flug kommt bestimmt.

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