Länderberichte

Serfaus-Fiss-Ladis | Bergeweise Genuss

Serfaus-Fiss-Ladis: Der berühmte Crystal Cube
Christian Haas
Geschrieben von Christian Haas

Wir haben für Sie die Tiroler Urlaubsregion Serfaus-Fiss-Ladis getestet. Größte Erkenntnis: In dem viel prämierten Areal hoch über dem oberen Inntal fühlen sich nicht nur Familien und Skicracks wohl, sondern zunehmend auch Gourmets und Genießer

„Nächster Halt: Talstation. Alle aussteigen!“ Die fahrerlose U-Bahn, vor wenigen Minuten beim Parkplatz am Ortseingang von Serfaus gestartet, fährt in den kleinen, unterirdischen Bahnhof ein und entlässt eine Horde Wintersportler. Die erreichen nach wenigen Schritten gleich drei, in verschiedene Richtungen ziehende Gondelbahnen, wobei weder Treppen noch Türen Hindernisse darstellen.

Manch einer trinkt noch im „S1 Center“ einen Espresso oder ersteht in den Sportgeschäften Ski-Equipment. Während dort Technik, Glas und matt poliertes Metall dominiert, geht es keine 50 Meter dahinter noch recht dörflich zu. Holz, Stein, wenig Autoverkehr. Dank der kostenlosen, welt­höchsten und kleinsten U-Bahn – Eröffnung 1985, Renovierung 2017, Ausbau auf die doppelte Kapazität bis 2019 – sind Pkws an den Ortsrand von Serfaus verbannt (und in Hotelgaragen).

So kann das 1.100-Einwohner-Dorf seinen rätoromanischen Charme voll ausspielen. Zu dessen erfolgreicher Entwicklung als eher hochpreisiges Ziel mit Fokus auf Familien-, Genießer- und Wellnessurlauber haben sicher auch die über 2.000 Sonnenstunden pro Jahr und die Lage auf einem herrlichen Hochplateau beigetragen. Damit punktet auch das quirlige Fiss nebenan. Im Gegensatz dazu ist Ladis, erster Stopp auf dem Weg vom Inntal herauf, eher bäuerlich geprägt. Dank Burg und viel Flair präsentiert es sich als wahrer Romantik-Hotspot.

Hochromantisch ist auch der als Standesamt fungierende „Crystal Cube“ neben dem Z1, einer von neuerdings drei Aussichtsplattformen. Auf 2.600 Meter Höhe können Frischvermählte nicht nur einander tief in die Augen sehen, sondern auch auf Hunderte Berggipfel. Ohne (oder mit bereits länger gültigem) Trauschein lässt sich dieser voll verspiegelte Würfel ebenfalls erleben: als Gast eines exklusiven Mini-Restaurants. Zur Wahl stehen ein Sektfrühstück, ein „Luxury Lunch“ samt Champagner sowie der „High Tea“ mit Petits Fours.

Wer hoch in den Bergen dinieren will, bekommt in der „Zirbenhütte“ Rollgerstl-Risotto und Tartar vom Fisser Grauvieh aufgetischt. Alternativ geht es zum „Sunset Dinner“ in das „Monte Mare Restaurant“. Stark: Danach chauffiert der Masner Ex­press, eine umgebaute Pistenraupe, die Gäste ins Tal.

Serfaus-Fiss-Ladis: Einst Pistenraupe, jetzt "Berg-Taxi": der Masner Express

Einst Pistenraupe, jetzt „Berg-Taxi“: der Masner Express

Skifahren oder Skifahren lassen

An Frühaufsteher richtet sich das Spezialangebot „Die Erste Spur“. Im Preis von 78 Euro (plus Skipass) ist da neben der begleiteten Tour auch eine Einkehr in der „Zirbenhütte“ hoch über Fiss oder in der „Ski Lounge“ am Komperdell oberhalb von Serfaus enthalten. Diese hochmoderne „Hütte“ ist eigentlich aus Verlegenheit entstanden, wie der Projektmanager Christof Schal­ber erzählt. „Man hatte auf dem Hang gegenüber eine wöchentliche Riesenshow ins Leben gerufen.“ Dumm nur, dass die Besucher draußen stehen muss­ten, auf 1.980 Meter Höhe. „Vielen war das zu kalt. Und so entstand die Idee, hier eine gehobene Gastronomie einzurichten“, berichtet Schalber.

Frieren muss heute keiner mehr, dank „Patschen“, mit denen Gäste durchs rundum verglaste Restaurant laufen kön­nen, bevor sie auf Sofas plumpsen und das Kamin­feuer genießen. Und das größte wöchentlich stattfindende Winter-Live-Spekta­kel Tirols. Diesen Winter steht mit „The Joy of Musicals“ ein eindrucksvoller Mix aus Feuerwerk, Lasershow, Stunts und ei­ner Ski-Show auf dem Programm. Auf der Speisekarte stehen indes Kalbsfilet-Tartar mit Wachtel-Spiegelei oder Kabeljau-Carpaccio mit Wasabi-Panna-Cotta.

Snowbike, Airboard und Ganzjahrescoaster

Hauptbeschäftigung ist und bleibt jedoch das Skifahren. 214 gefahrene Pistenkilometer, 68 Lifte und Bahnen, eine XXL-Beschneiungsanlage, dazu ein Angebot auf und jenseits der Piste, das seinesgleichen sucht. Wen wundert es also, dass das Trio permanent Preise abräumt, 2018 erneut Bronze beim „Best Ski Resort“-Ranking. Dreh- und Angelpunkt des Ser­fau-ser Gebiets ist das Komperdell, wo neben der riesigen Kinderschneealm das „Take Off – Snow & Fun Center“ mit ausleihbaren Spaßgeräten wie Snowbike oder Airboard und Co. beheimatet ist.

Eine Etage höher locken etliche schwarze Pisten, Namen wie „Lazid x-dream“ und „Pezid Vertikal“ sagen alles. Oberhalb von Fiss und Ladis locken eher mittelschwere Genusshänge. Deutlich steiler wird es auf der Fisser Nordseite, wo weitere Highlights warten: einer von acht Funparks, ein XXL- Freeride-Gelände, eine Renn- und eine Speedstrecke, an der man sich mit Freunden (zeitlich) messen kann.

Lust auf Adrenalin, nicht aber auf Skifahren? Ganzjahrescoaster, drachenähnliche Fluggeräte, eine Riesenschaukel, Segwaytouren, Höhenloipen und Rodelbahnen runden das Angebot ab und erhöhen zugleich das Ruhebedürfnis. Eine angenehme Art, wieder zu Kräften zu kommen, stellen da die vielen sogenannten Wohlfühlstationen mit Lie­gen, Hängematten und Loungemöbel am Pistenrand dar. Besonders schön ist der Pavillon beim Panorama Genussweg zwischen Ser­faus und Fiss, dank Klassikmusik und Traum­blick. Bei diesem Halt will man gar nicht „aussteigen“ …

Infos

Alles über die drei Orte und das Skiareal findet Ihr auf der Website des Tourismusverbands Serfaus-Fiss-Ladis.


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Über diesen Autor

Christian Haas

Christian Haas

Christian Haas – Jahrgang 1974, Wirkungsstätte München – liebt seit jeher die Kombination Reisen und Schreiben. Naheliegende Konsequenz: Studium der Geographie und Kommunikationswissenschaften in Eichstätt und München. Diplomarbeit in Venezuela, Nationalparkpraktikum in Puerto Rico, Redakteursanstellung in München. Seit 2002 als Reisejournalist und Autor selbstständig, Schwerpunkt Outdoor, Familie, Kurioses. Seit 2013 gehört Christian Haas zum Redaktionsteam von gambleinfo.