Länderberichte

Macau | Sightseeing-Runde

Geschrieben von Axel Pinck

Architektur und Kunst in Macau haben überraschend viele Gesichter. Das Spektrum reicht von Zaha Hadids kinetischer Moderne über puren Kolonialbarock bis zu Tempeln im klassischen Ming-Stil – und gigantischen Glücksspielkathedralen.

Wer nicht läuft, verpasst das Beste. Reisende sollten die Stadt zu Fuß erkunden – besser kann man Macau nicht kennenlernen. Und mit den acht Routenvorschlägen der steht ein gelungener digitaler Helfer zur Verfügung. Noch inspirierender aber ist es, sich in Macau treiben zu lassen…

Durch enge Gassen mit kleinen Schreinen, die den diversen chinesischen Hausgöttern gewidmet sind, knattert ein nicht enden wollender Strom von Mopeds. Menschentrauben umlagern die Straßenstände, an denen Dumplings und andere Zwischendurch-Happen verkauft werden. Wer in aller Frühe aufbricht, sieht chinesische Senioren, die in den Parks den Tag mit gemeinsamem Tai-Chi beginnen.

Kolonialbarock prägt die historische Altstadt. Zu den wichtigsten Erbstücken der Portugiesen, die die Handelsmetropole an der Mündung des Perlflusses fast 500 Jahre lang beherrschten, zählen die São-Paulo-Kirche, der Senatsplatz mit seinem wellenartigen, schwarz-wei­ßen Pflaster und die Fortaleza da Guia.

Kirchen, Tempel und Ruheoasen in Gärten

Eingangspavillon, Torbogen, Gebetshalle, Halle des Wohlwollens und die Halle von Guanyin sowie der Zhengjiao-Chanlin-Pavillon des 1488 eingeweihten Tempelkomplexes A-Ma ziehen sich den Barra Hill im Südwesten der Stadt hinauf. Der auch als Ma Ge Miao bekannte Tempel wurde zu Ehren der Schutzheiligen der Seefahrer und der Fischer errichtet. Taoisten, Buddhisten und Konfuzianer versuchen hier, mithilfe von Räucherstäbchen, Gebeten und Spenden Unheil von sich und ihren Lieben abzuwenden.

Der nahe des chinesischen Marktviertels gelegene Sam Kai Vui Kun (auch Kuan-Tai-Tempel) ist dem Gott des Krieges und der Gerechtigkeit gewidmet, der prachtvoll ausgestattete Kun-Iam-Tong-Tempel in der Avenida do Coronel Mesquita der Göttin der Gnade. Er ist einer der größten Tempel in Macau.

Wellenbewegung am Senatsplatz

Eine weitere Hauptattraktion von Macaus ist der von prächtigen Barockgebäuden und dem neoklassizistischen Senatsgebäude gesäumte Senatsplatz, der Largo do Senado, mit seinem Wellenmuster. Wenige Gehminuten sind es von dort zu den Ruinen der São-Paulo-Kirche. Seit einem Brand vor fast 200 Jahren ist von ihr nur noch die Barockfassade erhalten, die als Vorlage für das aktuelle Macau-Logo diente. Auf einem etwas ausgedehnteren Fußmarsch vom Senatsplatz aus ist die Guia-Festung mit ihrem gedrungenen Leuchtturm zu erreichen.

Kantiger Glamour im "City of Dreams Hotel"

Kantiger Glamour im „City of Dreams Hotel“ nach Entwürfen von Zaha Hadid

Design by Zaha und Karl

Wie eine Spielzeuglandschaft wirken Macau und das chinesische Festland von der Aussichtsplattform des 338 Meter hohen Macau Tower. Mutige umrunden ihn – natürlich angeleint – auf einem freiliegenden Metallrost ohne Gelän­der oder wagen den mit 223 Metern höchsten respektive tiefsten Bungee-Jump der Welt.

In den Veranstaltungsräumen des  Cultural Center im Macau Museum of Art  treten chinesische und internationale Topmusiker auf. Zudem locken zahlreiche neue Galerien wie das Ox Warehouse im früheren Schlachthof mit Wechselausstellungen und Performances. Das 2009 eröffnete, ausgesprochen futuristische Macau Science Center in der Avenida Dr. Sun Yat-Sen wurde vom Stararchitekten I. M. Pei entworfen. Spektakuläre Architektur aus der Feder großer Namen prägt auch Macaus Hotel-Business.

Das Galaxy Resort in Macau wurde in neun Jahren errichtet. Es hat 2.200 Zimmer, davon 1.500 im "Galaxy", 410 im "Okura" und 238 im "Banyan Tree"

Das Galaxy Resort in Macau wurde in neun Jahren errichtet. Es hat 2.200 Zimmer, davon 1.500 im „Galaxy“, 410 im „Okura“ und 238 im „Banyan Tree“

7 x Las Vegas = Macau

Die rund 630.000 Einwohner zählende Stadt verzeichnet jährlich über 31,5 Millionen Besucher, die meisten von ihnen aus der Volksrepublik China. Viele von ihnen versuchen in den bald 35 Casinos ihr Glück und sorgen für unfassbare 44 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr – 2013 das Siebenfache dessen, was Las Vegas schaffte. Diesen Erfolg spiegelt nichts so gut wider wie die sich gegenseitig übertrumpfenden Hoteltürme.

Das „Sands Macao“ mit seiner golden leuchtenden Fassade, das gigantische, einer sich öffnenden Lotusblüte nachempfundene „Grand Lisboa“, das 35 Etagen hohe „MGM Macau“ in Wellenform oder das „Mandarin Oriental Macau“ am Ufer des Pearl River müssen sich hinter Las Vegas’ Casinoarchitektur nicht verstecken.

Zwischen der Insel Taipa und der früheren Fischer- und Pirateninsel Coloane eröffnete das „Studio City“ und das mit einer 150 Meter hohen Eiffelturmreplik versehene „Parisian“. Ferner designen Karl Lagerfeld und Donatella Versace für das „Lisboa Palace“ zwei neue Hotels.

3.400 Spielautomaten in einem Resort

An einem grandiosen, durchbrochenen Hotelbau mit netzartiger Fassade über 40 Stockwerke nach Entwürfen der Stararchitektin Zaha Hadid wird schon gearbeitet. Er wird Teil des Hotel- und Casinokomplexes „City of Dreams“, in dem bereits mehr als zwei Millionen Zuschauer die Show „House of Dancing Waters“ mit Akrobatik und Tanz über und unter Wasser gesehen haben.

Gleich gegenüber sorgt das 2007 eröffnete und auf 2.905 Suiten ausgebaute „Venetian Macao“ für weitere Rekorde. Macaus Platzhirsch gilt mit 800 Spieltischen und 3.400 Spielautomaten als größtes Spielcasino und der Fläche nach als sechstgrößtes Gebäude der Welt.

 


INFOS

Web-Tipps

Sehenswertes, Shopping- und Kulinariktipps, Routenvorschläge für Kurzreisen, zu Kultur und Reisevorbereitung sowie Fotogalerien, App-Download-Links und Macau Map auf der

 

An- und Einreise

Flüge nach Hongkong z. B. mit Air China ab 580 Euro, weiter per Fähre. Für beide Städte ist kein Visum nötig.


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Über diesen Autor

Axel Pinck

Arbeitet als Journalist und Buchautor für führende Buchverlage, Magazine und Zeitungen sowie für Rundfunk und Fernsehen. Er hat weit über 30 Bücher über Reiseziele in Deutschland, Europa, die Karibik und Nordamerika publiziert. Zwischen seinen Reisen lebt er in Hamburg.

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