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Serfaus | U-Bahn zum Skilift

Peter Pfänder
Geschrieben von Peter Pfänder

Das Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis ist dank seiner Höhenlage schneesicher. Hier können sich Skifahrer, Boarder, Schneeschuhwanderer und Langläufer austoben. Auf Familien wartet mit dem „Bär“ ein kinderfreundlich konzipiertes Hotel, das wir an einem Winterwochenende getestet haben.

Sind erst die Berge von Gepäck, Ski, Stöcken, Zipfelbobs und Schneeschuhen ausgeladen, bleibt das Auto von Serfaus-Gästen bis zur Abreise stehen: kein Parkplatzsuchstress vor dem Pistenspaß. Möglich macht das die bereits 1986 eröffnete unterirdische Dorfbahn, die 2017 umfassend renoviert wurde und deren Kapazitäten bis 2019 ausgebaut und fast verdoppelt werden.

Die kleinste und höchstgelegene U-Bahn der Welt verbindet kostenlos die Talstation mit zwei Stationen in Serfaus und dem großen Parkplatz am Ortsrand. Nur morgens kommt es zu kleineren Warteschlangen im Freien, da der Zulass zum Bahnsteig elektronisch geregelt wird.

Auf den ersten Blick

Serfaus liegt auf einem Hochplateau über dem Inntal und bildet zusammen mit Fiss und Ladis eines der großen Wintersportgebiete Tirols mit über 1.550.000 Übernachtungen im Jahr. Allein Serfaus zählt über 7.500 Gästebetten.

Mit der U-Bahn ist man schnell an der Talstation auf 1.400 Metern Höhe, über die man Zugang zu über 214 Kilometern Pisten, zu Snowparks mit Freeride-Routen, der Fun Slope und als Langläufer zu zwei kurzen, wenig aufregenden Höhenloipen auf knapp 2.000 Metern Höhe hat. Bei der Bergstation findet man einen großen Kinderbereich mit Skischulen, Förderbändern und anderen Gimmicks und den Startpunkt der Rodelbahn (Leihschlitten 6 Euro) hinunter nach Serfaus.

Die Höhenloipen sind mit der Komperdell- und Alpkopfbahn erreichbar (Bergbahnkarte für Langläufer mit Gästekarte ab 23 Euro/Tag). Wer nach der Loipe noch etwas vorhat, der findet an der Station Komperdell das „Take-Off Snow and Fun Center“ mit Dusch- und Umkleidemöglichkeit – und mit der verglasten „Ski Lounge“ ein schickes Plätzchen zum Relaxen mit roten Ledersofas und einem guten Restaurant. Zum Showprogramm „Adventure Night“ (siehe Video unten) jeden Mittwoch sitzt man hier im besten Sinn in der ersten Reihe.

Die Vielseitigkeit des winterlichen Sport-und-„Fun“-Angebots von Pisten, Boarder Parks und Freeridestrecken über Snow-Bikes, Airboards, Flizz und Skirider bis hin zu entschleunigten Angeboten wie Schneeschuh- und Winterwander-Trails dürfte bei spaßwilligen Gästen nachgeradezu Entscheidungsstress auslösen.

Das ist das Besondere am „Bär“

Das Kinderbespaßungsangebot im „Hotel Bär“ reicht vom Indoor-und Outdoor-Pool bis zur Indoor-Kletterhalle mit fast zehn Meter hohen Kletterwänden. Dank des pfiffigen vollautomatischen Sicherungssystems Clip’n-Climb wird dort nach kurzer kundiger Einweisung keine Person zum Sichern benötigt.

Kids, die nach einem Tag im Schnee noch nicht müde sind, toben sich in der hoteleigenen Turnhalle bei Fußball, Badminton oder Basketball, auf der Slackline oder im sich über mehrere Etagen erstreckenden Softplay-Kletterturm aus.

Außerdem gibt es ein Theater, in dem der Nachwuchs einstudierte Stücke vor den Eltern aufführt oder bei Kino-Abenden einfach mal nichts tun und abschalten kann.

Ideal für….

… Eltern mit Kindern zwischen sechs und 12 Jahren sind im „Hotel Bär“ gut aufgehoben, das sich speziell an dieser Klientel ausrichtet. Das Schwesterhaus „Löwen“ hat den Fokus vor allem auf Gäste mit Babys und Kleinkindern: Babyphones, Hochstühle, Breigerichte, Kinderwagen- und Rückentragenverleih sowie ein Baby-Bereich, der an sechs Tagen die Woche mindestens acht Stunden Betreuung durch geschulte Fachkräfte bietet.

Die Kleinen werden nicht alle in einen Betreuungstopf geworfen, im Gegenteil. Es gibt Angebote für Babys, Toddler und Kleinkinder. Säuglinge können – wenn Eltern das überhaupt übers Herz bringen – ab der ersten Lebenswoche in die Hände ausgebildeter Betreuerinnen und Betreuer gegeben werden.

Für Toddler (neudeutsch für Kleinkinder, die beginnen, sich überall hochzuziehen und zu laufen) stehen passende Angebote bereit. Auf Kids zwischen drei und sechs Jahren wartet der Mini-Club mit Kletterturm, Bastelecke und Thementage wie „Pirat“, „Indianer“ und Kinder-Barbecue.

Diese fein strukturierte, gut durchdachte Kinderprogramm überrascht nicht, gehört doch die Serfauser Eigentümerfamilie Heymich zu den Gründern der .

 

So schläft und wohnt man

Die Bandbreite der Familienzimmer, Apartments und Suiten im „Hotel Bär“ ist groß – was Stil, Ausstattung und Größe angeht. Sie reicht vom Doppelzimmer mit 32 Quadratmetern für einen Erwachsenen und zwei Kinder über Familien-Suiten mit 50 Quadratmetern, Boxspring-Bett und separatem Kinderschlafzimmer und die King Suiten mit über 90 Quadratmetern bis hin zur XXL-Penthouse Suite. Die Suiten im neuen Anbau kommen mit Holzböden und frischem, modernen Design und eigenem Restaurant daher.

 

Geschmackssachen

Hungern muss weiß Gott keiner. Das Vollpensionsangebot ist opulent, zu futtern gibt es ständig was. Wer das ausnutzt, erspart sich Extra-Ausgaben in den Hütten. Aber wer will das schon, ist doch der Einkehrschwung integraler Bestandteil eines Wintersporttags. Die im Rahmen einer Menüwahl angebotenen Gerichte sind gut und kommen in erfreulich vernünftig dimensionierten Dimensionen auf den Tisch. Die Weinkarte ist gut, die Preise sind eher fürstlich.

Was uns besonders gefällt?

Klasse Lage unweit der U-Bahn-Sation „Kirche“, ein raffiniert durchdekliniertes Kinderprogramm und der Wellness-Bereich mit schöner, großer Finnischer Sauna, Dampfbad und hübschem Relaxbereich, in dem es bei unserem Besuch sehr ruhig zuging. Tipp: Die Saunagänge so legen, dass die ersten Eltern mit Kindern schon beim Essen sind – also auf 17, 18 Uhr.

Die Preisfrage

Die 50 Quadratmeter große Alpini Suite für zwei Kinder und zwei Erwachsene kostet im Winter je nach Saison 173 bis 380 Euro pro Person, für Kinder 44 bis 109 Euro, eine der neuen, 55 Quadratmeter großen Mogli Suiten mit Naturholzboden kostet 272 bis 403 Euro pro Person, für Kinder ebenfalls 44 bis 109 Euro. Eingeschlossen sind Frühstücksbuffet, Mittagsbüffet mit wechselnden Tagesgerichten, Vorspeisen und Salatbuffet, Nachmittagskuchen und Jause sowie Wahlmenü am Abend sowie alkoholfreie Getränke und Wasser.

Der kleine Haken?

Gilt für alpinen Winterurlaub generell, vor allem, wenn man in Häusern der Vier- oder Fünf-Sterne-Kategorie absteigt. Für sechs Nächte zur Ferienzeit wird ein kleines Vermögen fällig. Eltern mit zwei Kindern zwischen sieben und 15 Jahren zahlen für sieben Nächte in der kleinsten Suiten-Kategorie zu Ferienzeiten fast 5.000 Euro – zuzüglich mehr als 750 Euro für die Skipässe. Kosten für Skikurse und Leihski nicht eingerechnet.

Fazit

Ich muss gestehen, dass ich seit Jahren trotz zweier Kinder einen weiten Bogen um alles geschlagen habe, was nur annähernd etwas mit speziellen Familien- und Kinderhotels zu tun hatte. Um jeden Preis wollte ich Windeltalks, Schulübertritts-Lamentos, der akustischen Lifthoheit von Helikoptereltern und Kindern, die ungehindert im Brötchenkorb wühlen oder aufs Dessertbüffet husten, aus dem Weg zu gehen. Aber zugegeben: Eltern, die im Skiurlaub viel Zeit für sich haben und die Kinder in guten, ausgebildeten Händen wissen wollen, sind hier genau richtig. Für Eltern mit Kindern in der Pubertät oder für Paare ohne Nachwuchs gibt es sicher passendere Unterkünfte.

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Über diesen Autor

Peter Pfänder

Peter Pfänder

Leidet an chronischem Fernweh, seit er 15 ist. Härtester Therapieversuch: eine 10.000-Kilometer-Radtour rund ums Mittelmeer im Alleingang im Jahr 1985. Die „itchy feet“ führten ihn während des Studiums (Politologie und Islamwissenschaften) in Tübingen und Damaskus immer wieder in den Nahen Osten. Lebte viele Monate in Jemen, Syrien und Libanon. Arbeitete als Gabelstaplerfahrer, freier Autor und Redakteur. Der Chefredakteur von „gambleinfo“ liebt fremde Ufer, spannende Großstädte weltweit und exotische Küchen. Entspannt am liebsten beim Schwimmen im See oder Meer, beim Stand-up-Paddling im Sommer wie im Winter, bei Mountainbike-Touren – und in der Sauna.

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