Länderberichte

Spanien | Bau mit wow!

Anja Keul
Geschrieben von Anja Keul

Nächstes Jahr feiert das Guggenheim-Museum
in Bilbao seinen 20. Geburtstag – moderne
Architektur at its best. Doch es ist nicht das einzige
spektakuläre Bauwerk des Landes. Hier die
berühmtesten Gebäude-Hingucker des Landes

Mit mehr als 40 Stätten des Unesco-Weltkulturerbes besitzt Spanien herausragende Attraktionen wie die Alhambra in Granada oder die Mezquita in Córdoba. Das Land spielt aber auch in der zeitgenössischen Architektur eine international beachtete Rolle.

In Bilbao oder València brachten moderne Bauten den entscheidenden Schub im City-Tourismus. In Barcelona ziehen Antoni Gaudís verspielte Modernisme-Gebäude die Besuchermassen an. Seine Kolossalkirche Sagrada Família ist vielleicht das bekannteste Beispiel visionärer spanischer Architektur, doch gibt es daneben noch viel Spannendes zu entdecken.

Bitte ein‘ Pilz

Las Setas, : Seit 2011 überwuchert ein gewaltiges Gebilde die Plaza de la Encarnación. Las Setas, die Pilze, nennen die Sevillanos die kühne, begehbare und nachts beleuchtete Holzkonstruktion „Metropol Parasol“ des deutschen Architekten Jürgen Mayer H. mit toller Aussicht über die Stadt. Die meisten Besucher drängen sich dennoch vor den Klassikern wie der Kathedrale mit dem Glockenturm La Giralda oder dem orientalischen Festungspalast Reales Alcázares.

Sagrada Familia

Sagrada Família: Das Kirchenschiff der Gaudí-Kathedrale fasst 9.000 Menschen

Raumgefühl und Regenbogen

Sagrada Família, :  Antoni Gaudís im Jahr 2010 geweihte Basilika ist die Top-Attraktion der Stadt, daneben warten noch Dutzende weitere spektakuläre Bauten des katalanischen Jugendstils. Die Kolossalkirche soll erst 2026 fertig sein, das Raumgefühl überwältigt aber schon jetzt. Schließlich fasst das enorme Kirchenschiff 9.000 Menschen und das Gewölbe kommt ohne Strebepfeiler aus. Scheint die Sonne durch die Buntglasfenster, wirken die Mauern wie übergossen von den Farben des Regenbogens. Unbedingt Online-Ticket reservieren!

Solitäre im Stadtbild

Torre Agbar/W Hotel, : 1994 standen die Zwillingstürme „Hotel Arts“ und Torre MAPFRE mit der schillernden Fischskulptur von Frank O. Gehry zu ihren Füßen noch ziemlich allein da. 2005 schob sich Jean Nouvels zylinderförmiger, als „Zäpfchen“ verspotteter Torre Agbar ins Stadtbild und bietet bei der abendlichen Beleuchtung ein imposantes Bild. 2009 setzte Ricardo Bofill das „W Hotel“ an die Südwestspitze des Stadtstrands und schuf ein neues Wahrzeichen in Form eines Segels.

Das spektakuläre Guggenheim-Museum in Bilbao, Museum für Moderne Kunst

Das spektakuläre Guggenheim-Museum in Bilbao, Museum für Moderne Kunst

Science meets Fiction

Ciutat de les Arts i les Ciències, : Santiago Calatrava, der auch die neue U-Bahn-Station „World Trade Center“ in New York entwarf, hat in Spanien viele Spuren hinterlassen, besonders in seiner Heimatstadt València. Die „Stadt der Künste und der Wissenschaften“ umfasst futuristisch anmutende, strahlend weiße, organisch wirkende Bauten wie das Planetarium L’Hemisfèric in Form eines menschlichen Auges, das interaktiv konzipierte Wissenschaftsmuseum und den Kulturpalast Palau de les Arts Reina Sofía.

Vom Hospital zum Museum

Museo Reina Sofía, : Den Ausstellungsort von Picassos Monumentalgemälde „Guernica“ ergänzte Jean Nouvel 2005 durch einen Erweiterungsbau – ein massiver Kontrapunkt zum restlichen Gebäude, das im 18. Jahrhundert als Hospital diente. Mit Werkstätten, Kunstläden, Bibliotheken und Lokalen ist es auch ein Ort der Begegnung.

Im Inneren des Auditorio de Tenerife befinden sich zwei Veranstaltungssäle

Im Inneren des Auditorio de Tenerife befinden sich zwei Veranstaltungssäle

Leuchtende Glaswürfel

Auditorio Kursaal, : Der Komplex des Kongress- und Kulturzentrums aus zwei voneinander getrennten Glaswürfeln beherrscht den Zurriola-Strand und ist seit seiner Eröffnung 1999 auch Sitz des Filmfestivals von San Sebastián. Rafael Moneo entwarf das imposante Gebäude, das nachts oft bunt illuminiert wird.

Eine Welle am Ufer

, Avilés: In Brasilien schuf er eine ganze Stadt auf dem Reißbrett, in Asturien klotzte der brasilianische Star-Architekt Oscar Niemeyer ein gigantisches Kulturzentrum in die kleine Industriestadt Avilés. 2011 eröffnet, prägt die futuristische Anlage mit wellenförmigem Auditorium auf einer künstli­chen Flussinsel die Uferlinie des asturischen Küstenstädtchens. Architekturbegeisterte Hollywoodstars wie Brad Pitt, Woody Allen und Kevin Spacey waren auch schon da.

Das Guggenheim-Museum liegt in Bilbaos Innenstadt am Ufer des Flusses Nervión

Das Guggenheim-Museum liegt in Bilbaos Innenstadt am Ufer des Flusses Nervión

Raumschiff für die Kunst

, Bilbao: 2017 feiert das Museum Guggenheim 20. Geburtstag. Das bedeutet auch: Seit 20 Jahren ist Bilbao cool! Frank O. Gehry ließ ein Riesenschiff aus Titanium am Ufer des Río Nervión landen, ein architektonisches Statement, das die Welt noch nicht gesehen hatte. Zehn Jahre später designte Gehry für die baskische Weinbauregion Elciego einen ähnlich dekonstruktivistischen Palast, in dem das Luxushotel „“ untergebracht ist.

Kacheln, Mann!

: Noch einmal Calatrava, noch einmal maritime Assoziationen: Seit 2003 schmückt sich die ansonsten unscheinbare Hauptstadt von Tene­riffa mit einer skulpturalen Kongress- und Kon­zerthalle des Star-Architekten. Verkleidet ist sie mit Millionen von weißen Kachel-Bruchstücken – eine Verneigung vor Antoni Gaudí, dessen Trencadí genannte Keramikmosaike allerdings kunterbunt daherkommen.

Info

Mehr Monumente
Beschreibungen und Hintergründe zu allen Sehenswürdigkei­ten – von historisch bis avantgardistisch – finden sich auf der Website des .


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Über diesen Autor

Anja Keul

Anja Keul

Volontariat kurz nach dem Abitur, danach Redakteurin, dann freie Journalistin, um parallel Philosophie zu studieren – uff. Kurz vor ihrem 30. Geburtstag zog Anja aber die Bremse, um erst einmal ein halbes Jahr um die Welt zu reisen und in Mexiko hängen zu bleiben. Als Kulturressortleiterin bei „Cosmopolitan“ und Journalismus-Dozentin ging es danach zwar weiter, aber irgendwie schlichen sich immer mehr Reisegeschichten in ihre Arbeit. Deshalb machte sie sich als freie Reise-Autorin und Entwicklerin von (Reise)-Magazinen selbstständig. Besonders gern fährt sie in spanischsprachige Länder, weil sie die Sprache und ihre Variationen mag – von der iberischen Halbinsel über Kuba bis Argentinien.