Pretty Hotels

Sparen mit Stil | Magdas Hotel, Wien

Christian Haas
Geschrieben von Christian Haas

Hotels mit Doppelzimmern für unter 120 Euro – ohne Schmuddelfaktor, ohne Gähn­effekt, aber mit Style und Klasse: Das sind für uns echte Pretty Hotels. Wie das Magdas Hotel in Wien. Das wartet mit einer kleinen Sensation auf!

Sicher kein Zufall, dass der Name des Anfang 2015 eröffneten so ähnlich klingt wie „Ich mag das Hotel“. Und mögen kann man hier einiges: die attraktive Lage mit Blick auf den Prater samt Riesenrad. Die hippe, unkonventionelle und heitere Gestaltung. Vor allem aber das in Europa einzigartige Social-Business-Konzept. Der Großteil der Belegschaft besteht nämlich aus Flüchtlingen. Und so bekommen die seit Monaten bestimmenden Themen Krieg, Gewalt und Verfolgung ein, ach was, mehrere Gesichter.

Sei es in Gestalt der aus mehr als einem Dutzend Ländern stammenden rund 20 Flüchtlinge, die allesamt in Österreich Asyl bekommen haben und nun zwischen Rezeption und Küche für das Wohl der Gäste sorgen – und auch für interes­sante Begeg­nungen. Oder in Form von Porträtbildern, die im Foyer hängen. Dabei ist das von der Caritas unterstützte Hotel kein Ort von Traurigkeit. Das garantieren neben den Menschen die einzig­artigen Zimmer mit bunt bemalten Wänden, Vintage-Möbeln und künstlerischen Ideen.

Kunst von den Nachbarn

Überhaupt hat die Kunst in Magdas Hotel einen hohen Stellenwert. Schließlich ist die Akademie der bildenden Künste direkter Nachbar – da liegt eine Zusammenarbeit mit Studierenden nahe. Und tatsächlich ist dank verschiedener Arbeiten in den Zimmern und einem Artist-in-Residence Programm die Kreativität der jungen Künstler überall zu spüren und zu sehen.

Aber damit kein falscher Eindruck entsteht: Ungeachtet des sozialen und künstlerischen Hintergrunds muss das Magdas als professioneller Dienstleistungsbetrieb gut laufen. Der aus 78 Zimmern, die sich auf vier Etagen verteilen, bestehende Betrieb muss sich nämlich selbst erhalten, öffentliche Förderungen gibt es keine, und die Gäste, die wünschen sich den gewohnten Komfort: Neben Frühstücks- und Wäscheservice gibt es daher WLAN, Fahrradverleih und Kinderbetreuung, außerdem eine Boccia-Bahn.

Reden statt glotzenNur eines werden Hotelgäste in vielen Zimmern nicht finden: Fernsehgeräte. Eine bewusste Entscheidung. Denn vor allem will Magdas Hotel ein Ort sein, an dem die Leute miteinander reden. Und zuhören. Vor allem jenen, denen sonst nicht so gerne zugehört wird und die bisher kaum anderes kannten, als eine anonyme Zahl in Flüchtlingsstatistiken zu sein.


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Über diesen Autor

Christian Haas

Christian Haas

Christian Haas – Jahrgang 1974, Wirkungsstätte München – liebt seit jeher die Kombination Reisen und Schreiben. Naheliegende Konsequenz: Studium der Geographie und Kommunikationswissenschaften in Eichstätt und München. Diplomarbeit in Venezuela, Nationalparkpraktikum in Puerto Rico, Redakteursanstellung in München. Seit 2002 als Reisejournalist und Autor selbstständig, Schwerpunkt Outdoor, Familie, Kurioses. Seit 2013 gehört Christian Haas zum Redaktionsteam von gambleinfo.

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