Länderberichte

St. Anton am Arlberg | Sommerfreuden

Frank Heuer
Geschrieben von Frank Heuer

In der kalten Jahreszeit ist St. Anton eine Hochburg für Freerider und Liebhaber ausgedehnten Après-Skis. Im Sommer hingegen ist das Tiroler Bergdorf ein cleverer
Geheimtipp ganz ohne Trubel.

Vasul Tal

Radler lieben das Fasultal – vor allem bei den langen Abfahrten

E-Biken mit Champagner-Brunch

In St. Anton wird es Mountainbikern nie langweilig: Rund 200 Kilometer ausgewiesene Radwege schlängeln sich durch die Region, oft mit ordentlichen Steigungen. Kein Wunder, dass Bikes mit elektrischer Antriebshilfe beliebt sind. Bei der hinauf ins Fasultal lernen auch wir den Komfort der sanften Tretunterstützung zu schätzen. Über 13 Kilometer schraubt sich der Radweg, fernab von Gondelbahnen und Liftmasten und am grünen Verwall-Stausee vorbei, durch eine ausgesprochen reizvolle Landschaft. An einer Kuppe rückt der markante Gipfel des Patteriol ins Blickfeld. In feinster Bergblumenkulisse treten und schnurren wir über die Schotterpiste bis zur „Kuhalpe“. Normalerweise ist die unbewirtschaftet, aber heute wartet ein liebevoll gedeckter Frühstückstisch samt Cham­pagnerkübel – ein Service, der sich zu bestimmten Terminen über „“ buchen lässt! Umringt von zackigen Gipfeln schmecken Weißwurst, Pommery und Rührei mit Speck gleich noch mal so gut.

Blick vom Valluga

Auf dem Valluga liegen einem Dutzende Gipfel zu Füßen

Gondeln mit Aussicht

Am Arlberg sind viele auch im Sommer in Betrieb. Das erspart schattige Aufstiege auf Waldwegen und Zeit, die man besser auf höherem Niveau verbringt. Also rein in die Gondel und raus aus dem Tal. Drei Bahnen tragen uns rasch auf den 2.809 Meter hohen Aussichtsgipfel Valluga. Auf der luftigen Terrasse liegen einem die Bergwelten Tirols und Vorarlbergs zu Füßen, an schönen Tagen reicht der Blick bis nach Italien. Bis in die Schweiz sowieso.

Verwall Stausee

Ein Traum in Blau und Türkis: Der Verwall-Stausee

Wanderlust ohne Frust

Über ein Schneefeld steigt man vom Valluga-Gipfel hinab und wandert gut vier Stunden auf einer Teiletappe des Lechtaler Höhenwegs. Ohne große Höhenunterschiede quert der Wanderweg 601 im hochalpinen Bereich die Geröllfelder unterhalb der Lisunspitze und des Arlberger Klettersteigs. Im letzten Drittel führt der Weg an buddhistisch anmutenden Steinmandln vo­rbei und über blühende Bergwiesen bis zur „“. Wirt Meinhard serviert dort deftiges Speckbrot, Gerstlsuppe und als „isotonisches“ Getränk Weißbier. Wer mag, kann diese Wanderung auch auf halber Strecke mit der Kapallbahn talwärts abkürzen.

Rast im Vasul Tal

Champagner-Frühstück auf der „Kuhalpe“

Kulinarische Gipfel

Bereits im dritten Jahr in Folge findet 2016 von Mitte August bis Mitte September das Festival „“ statt. Was die fünf Hotels „Tannenhof“, „Waldhof“, „Sonnenbichl“, „Schwarzer Adler“ und „Arlberg Hospiz Hotel“ im vergangenen Jahr bei den mehr als 80 Veranstaltungen organisierten, konnte sich sehen und vor allem schmecken lassen. Höhepunkte des Genuss-Events 2015 waren hochkarätig besetzte Menüabende wie die Fusion der beiden Zwei-Sterne-Köche Tanja Grandits und Nenad Mlinarevic, die gemeinsam am Herd standen und ihren Gästen unter dem Motto „4 Hands – 4 Stars – One Menu“ einen einzigartigen Abend mit einem Acht-Gänge-Menü bescherten.

Einmalig war der Auftritt von Josef Zangerl in der Bruderschaftsstube des „Arlberg Hospiz Hotels“. Zangerl, einer der ersten Fernsehköche in Österreich und 30 Jahre lang Küchenchef des legendären Hotels, kehrte für einen Abend zurück und verwöhnte die Gäste mit Klassikern aus seiner Laufbahn. Man darf gespannt sein, was den Festival-Organisatoren 2016 (19. August bis 17. September) alles einfällt.

wandern am Valluga

Unterhalb des steilen Lisun-Grats führt der mäßig schwierige Weg 601 von der Valluga zur „Leutkircher Hütte“

Frischer Wind in St. Anton

Hotelier Florian Werner setzt in St. Christoph am Arlberg neue Impulse. Mit modernster Architektur und klaren Linien aus Beton, Holz und Glas erweiterte er das Fünf-Sterne-Haus „Arlberg Hospiz Hotel“ um eine neue, visionäre Attraktion. „“ nennt sich die halb unterirdisch errichtete, acht Meter hohe Kunsthalle, die auf 1.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche reichlich Raum für zeitgenössische Kunst bietet.

Die Krönung stellt die integrierte Konzerthalle dar, die für rund 200 Zuhörer konzipiert ist und dank exzellenter Akustik Musikgenuss vom Feinsten verspricht. „Die Wanddichte beträgt exakt 40 Kilogramm pro Quadratmeter“, erklärt der Fitzcarraldo des Arlbergs mit leuchtenden Augen. „Die weich geschwungenen Wände sollen den Schall leiten und nicht die Decke.“ Sogar die Klimaanlage ist optimiert. Durch die turmhohen Luftschächte gelangt die Luft sanft und geräuschlos ins Innere des mit Eichenholzlamellen verkleideten Konzertsaals. An mehr als 150 Tagen im Jahr kommen die Gäste in den Genuss von Klassik, Jazz und zeitgenössischer Musik – dargeboten von aufstrebenden Nachwuchstalenten und Weltklassekünstlern wie Art Garfunkel, der dort im vergangenen Dezember sein einziges Österreich-Konzert gab.

Tiroler Grauvieh ist als eine seltene, erhaltenswürdige Rasse eingestuft – in St. Anton trifft man es oft

Tiroler Grauvieh ist als eine seltene, erhaltenswürdige Rasse eingestuft – in St. Anton trifft man es oft


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Über diesen Autor

Frank Heuer

Frank Heuer

ist freier Fotograf und Autor. Er lebt mit seiner Familie in Dießen am Ammersee. Ausgebildet wurde er an der Fachakademie für Fotodesign in München. Zunächst arbeitete er als freischaffender Künstler, bis er Mitte der 90er Jahre auf zwei längeren Südamerikareisen die Reisefotografie für sich entdeckte. Die erste Auftragsarbeit für unser Magazin führte ihn 1996 nach Baja California. Es folgten Werbeaufträge aus der Outdoor- und Hotelbranche. In den letzten 20 Jahren bereiste er weltweit nahezu 70 Länder. Mit seiner ausdrucksstarken Reisefotografie wurde er 2001 Mitglied der renommierten Kölner Bildagentur laif. Heute werden seine Fotos und Reportagen in zahlreichen namhaften deutschen und internationalen Zeitschriften und Magazinen publiziert.

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