Fliegen

ANA Business Class | Auf die feine japanische Art

Peter Pfänder
Geschrieben von Peter Pfänder

Ein Flug in der ANA Business Class im Dreamliner 787-9 von München nach Tokio gibt einen sehr guten Vorgeschmack auf das Land

Erster Eindruck

Kein Zierrat, keine Spielereien. Eher nüchtern-praktisches Design in Weiß und Blau prägt die Kabine. Alle Sitze haben freien Gangzutritt, keiner muss über die Füße des schlafenden Nachbars klettern. Der automatische Check-in hat bestens geklappt: Wer rechtzeitig seine Daten eingibt, bekommt akurat 24 Stunden vor dem Abflug seinen Boarding Pass per Mail.

Sitzprobe ANA Business Class

Breiter Sitz, der sich einfach verstellen lässt und mit einer Auflage zum bequemen Bett wird. Der stabile Tisch lässt sich mühelos horizontal ausfahren. Starke Leselampe und ein „Fußabteil“, das so tief ist, dass auch 1,90 Meter große Gäste die Beine unterbekommen. Darunter viel Platz für das Handgepäck. USB- und Netzanschluss ergonomisch gut angebracht, eben­so das Entertainment-Handset.

So speziell … japanisch

In der ANA Business Class gibt es die in Japan üblichen Dusch-WCs aka „Washlets“. Das besondere Gespür der Japaner für pfiffige Lösungen marginaler Probleme ist erkennbar: Jeder Sitz hat eine Halterung für den Kopfhörer, sodass man weder Kabelsalat hat noch auf dem Boden nach dem Headset suchen muss.

Schmeckt’s?

Ja! Wer japanische Küche liebt, wählt die Washoku-Option. Bei dem von Zwei-Sterne-Koch Masayoshi Nishikawa aus Kyoto kreierten Menü gab es unter anderem Makrelen-Sushi, Fischkuchen, Dorade mit süßer Essigsoße, Octopus und Bambussprossen mit Sansho-Pfeffer-Miso, Yumepirika-Reis aus Hokkaido sowie Green Tea Mousse. Schön präsentiert und geschmacklich eine positive Überraschung.

Abgerundet wird der Genuss durch eine gute Standard-Weinkarte, die feine ANA’s Special Wine Selection und zwei tolle Sake: den Yamagata Masamune Junmai Ginjo aus edlem Omachi-Reis und den Memorial Sake „Golden Slumber“ von einer Brauerei, die vor dem Tsunami-und Atomunglück in Fukushima angesiedelt war.

Ablenkung?

Die Filmauswahl ist gut, allerdings sehr überschaubar. Da könnten noch einige Blockbuster draufgelegt werden, damit man die 9391 Flugkilometer übersteht. 18-Zoll-Touchscreen, gute Noise-Cancelling-Kopfhörer und ein stabil laufendes System – das bekommen nicht alle Airlines hin. Wer es ohne Internet nicht aushält: Für 21,95 Dollar kann man den ganzen Flug via Bord-WiFi surfen und posten.

Infos

-Ticket Deutschland–Tokio ab 2.650 Euro, Premium Economy ab 1.470 und Economy ab 750 Euro.

Über diesen Autor

Peter Pfänder

Peter Pfänder

Leidet an chronischem Fernweh, seit er 15 ist. Härtester Therapieversuch: eine 10.000-Kilometer-Radtour rund ums Mittelmeer im Alleingang im Jahr 1985. Die „itchy feet“ führten ihn während des Studiums (Politologie und Islamwissenschaften) in Tübingen und Damaskus immer wieder in den Nahen Osten. Lebte viele Monate in Jemen, Syrien und Libanon. Arbeitete als Gabelstaplerfahrer, freier Autor und Redakteur. Der Chefredakteur von „gambleinfo“ liebt fremde Ufer, spannende Großstädte weltweit und exotische Küchen. Entspannt am liebsten beim Schwimmen im See oder Meer, beim Stand-up-Paddling im Sommer wie im Winter, bei Mountainbike-Touren – und in der Sauna.

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