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Umbrien | Paläste aus Ruinen

Christian Haas
Geschrieben von Christian Haas

Im Mittelalter dienten sie als Farmhäuser, jetzt werden die bis zu 700 Jahre alten Ruinen des im Herzen von Umbrien in kleine Ferienpaläste verwandelt.

Da passt es, dass auch der federführende Architekt blaues Blut hat: Graf Benedikt Bolza, vom Architectural Digest Magazine zu den 100 einfallsreichsten und inspirierendsten Architekten unserer Zeit gewählt, restauriert mit seinem Team die alten Mauern und richtet in ihnen Villen mit bis zu sieben Schlafzimmern ein, inklusive handbemalter Tapeten und antiker Fliesen.

Was darf’s sein? Eines von 50 Häusern oder die Burg?

Die „Palazzi“ werden dann privat verkauft, viele Eigentümer vermieten sie wochenweise. Konkret besteht das 1.200 Hektar große Anwesen aus 50 mittelalterlichen Farmhäusern und einer Burg, von denen bereits 20 Häuser verkauft und restauriert wurden; acht davon können als luxuriöse Ferienvillen gemietet werden. Die übrigen, noch nicht restaurierten Häuser auf dem Gelände können zum Teil auch gekauft werden.

Bei den Umbauarbeiten und der Neueinrichtung diente die ursprüngliche, traditionell umbrische Form als Fundament der neu angelegten Architektur. Lichtdurchflutete Räume und eine Ausstattung mit modernen Design-Akzenten inspiriert dazu, die Elemente der von Olivenhainen, Weinbergen, Eichen- und Kastanienwäldern bestimmten Naturkulisse auch ins eigene Heim zu holen.

Dort können zudem einige Annehmlichkeiten in Anspruch genommen werden, private Haushälter etwa oder ein Fahrservice. Interessant für Gourmets: Auf Wunsch wird eine Kochstunde mit einem der talentierten Haus-Köche arrangiert, doch wer sich einfach nur zurücklehnen möchte, lässt sich in der Osteria oder privat in der Villa bekochen.

Castello di Reschio: Unterwegs mit 1 PS oder mehreren

Wen es eher hinauszieht: Mitten auf dem Gelände liegt das Andalusier-Gestüt der Eigentümerfamilie Bolza, auf dem einige der besten, reinrassigen andalusischen Pferde der Welt gezüchtet und trainiert werden. Mit ihnen lassen sich Ausritte organisieren. Für Besuche der Städte Assisi, Arezzo Siena, Cortona und Perugia nimmt man aber lieber das Auto – sie sind etwa eine Stunde entfernt.



Über diesen Autor

Christian Haas

Christian Haas

Christian Haas – Jahrgang 1974, Wirkungsstätte München – liebt seit jeher die Kombination Reisen und Schreiben. Naheliegende Konsequenz: Studium der Geographie und Kommunikationswissenschaften in Eichstätt und München. Diplomarbeit in Venezuela, Nationalparkpraktikum in Puerto Rico, Redakteursanstellung in München. Seit 2002 als Reisejournalist und Autor selbstständig, Schwerpunkt Outdoor, Familie, Kurioses. Seit 2013 gehört Christian Haas zum Redaktionsteam von gambleinfo.