Outdoor

Wind-SUP | Geht das denn?

Peter Pfänder
Geschrieben von Peter Pfänder

Stand-up-Paddeln und Surfen mit einem Brett? Ob und wie ein Wind-SUP funktioniert, testeten wir im Sommer 2015 vor unserem Büro auf dem Ammersee.

Paddel- und Surfbrett – das Beste aus zwei Welten oder nur fauler Kompromiss? Die Zielgruppe der sogenannten WindSUPs sind nicht Surfer, die bei Starkwind über die Wellen fliegen, sie mögen keine „Luftmatratzen“.

Breit und kurz bedeutet, dass die Viper Air nicht sehr stabil geradeaus läuft.

Breit und kurz bedeutet, dass die Viper Air nicht sehr stabil geradeaus läuft.

Große Hersteller wie Fanatic, Starboard, JP Australia oder Red Paddle haben dabei die „Stehsegler“ im Visier. Kunden, die mal windsurfen gelernt haben, das Hobby einschlafen ließen und es wiederbeleben würden – wenn der Zeit-, Geld- und Platzaufwand nicht so groß und alles ein wenig familienkompatibler wäre.

Das Rigg ist in wenigen Minuten aufgebaut und schnell mit dem Brett verschraubt.

Das Rigg ist in wenigen Minuten aufgebaut und schnell mit dem Brett verschraubt.

Ein iSUP ist ideal für platzbeengte Genusspaddler mit wenig Zeit. So ein Inflatable Stand-up Paddling Board lässt sich zusammenrollen und in der S-Bahn oder im Fiat 500 transportieren. Sperriger ist das Rigg (Segel, Mast und Gabelbaum) von Fanatic. Mitbewerber Starboard bietet seinen Kunden ein Quick Sail Package an (das Rigg ist mit wenigen Handgriffen segelbereit „aufgeklappt“). Fanatic hatte eine andere Idee: Die Firma brachte im Frühjahr 2016 ein aufblasbares Rigg auf den Markt.

Als reines SUP schwächelt Fanatics Viper Air etwas, das wird uns schnell klar. Das liegt sicher an der Länge von nur 2,85 Metern. Auch die zusätzliche Mittelfinne ändert nichts an der geringen Spurtreue. Wir müssen selbst bei ruhigem Wasser nach zwei Schlägen das Paddel wechseln, um nicht zu sehr im Zickzack zu fahren. Das beinahe gleich breite Wind-SUP meines Nachbarn ist fast 60 Zentimeter länger. Er kommt auf fünf Schläge ohne vergleichbare Abweichungen – das sieht deutlich besser aus und ermöglicht viel mehr Speed. Länge läuft eben …

Als Surfbrett ist das kippstabile Viper Air 85 mit viel Auftrieb die helle Freude für Surfneulinge. Der Mast ist ruckzuck stabil montiert, vom Mastfußeinsatz sieht man nur ein kleines Gewinde. Voraussetzung: Das Brett wird auf 18 bis 19 psi (etwa 1,25 Bar) aufgepumpt. Wer Lust auf Spaß-SUP oder Genusssurfen hat und wer für die Zeit dazwischen eine Badeinsel für die Familie benötigt, der liegt mit dem Viper Air genau richtig. Wer als „Weniggeübter“ beim Surfen Höhe laufen muss, kommt schnell an seine Grenzen, denn das Brett driftet enorm stark ab. Unter dem Strich erscheint uns ein längeres Board als die bessere Wahl für alle, die sich ein Wind-SUP zulegen wollen.

Ideal ist das kippstabile Brett für Surf-Anfänger und "Stehsegler", Geübtere schaffen es auch, Höhe zu laufen dem Ber

Ideal ist das kippstabile Brett für Surf-Anfänger und „Stehsegler“. Nur sehr geübte Surfer schaffen es auch, Höhe zu laufen


Das Test-WindSUP

Fanatics Viper Air 85 gibt es  ab 1.150 Euro, 290 Liter Volumen, 2,85 m lang, 85 cm breit, Rigg ab 449 Euro

Weitere WindSUPs

Crossover Air 11’0’’ von Naish und Starboard WindSUP 12’0’’ x 33’’ Zen


Über diesen Autor

Peter Pfänder

Peter Pfänder

Leidet an chronischem Fernweh, seit er 15 ist. Härtester Therapieversuch: eine 10.000-Kilometer-Radtour rund ums Mittelmeer im Alleingang im Jahr 1985. Die „itchy feet“ führten ihn während des Studiums (Politologie und Islamwissenschaften) in Tübingen und Damaskus immer wieder in den Nahen Osten. Lebte viele Monate in Jemen, Syrien und Libanon. Arbeitete als Gabelstaplerfahrer, freier Autor und Redakteur. Der Chefredakteur von „gambleinfo“ liebt fremde Ufer, spannende Großstädte weltweit und exotische Küchen. Entspannt am liebsten beim Schwimmen im See oder Meer, beim Stand-up-Paddling im Sommer wie im Winter, bei Mountainbike-Touren – und in der Sauna.

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